Im Alten Brauhaus zum Engel droht wieder Leerstand

Bad Friedrichshall  Der Inhaber eines Handwerksbetriebs in der früheren Brauereigaststätte von Duttenberg ist insolvent. Und der Insolvenzverwalter hat Mühe, seine Arbeit aufzunehmen.

Von Heiko Fritze

Im Alten Brauhaus zum Engel droht wieder Leerstand

Die Firma Benekon Bau hat sich im ehemaligen Gasthaus "Altes Brauhaus zum Engel" in Duttenberg niedergelassen. Ihre Zukunft ist jedoch offen, ein Insolvenzverfahren ist bereits eröffnet worden.

Foto: Heiko Fritze

 

Als nach monatelangem Stillstand der Handwerksbetrieb im Duttenberger Gasthaus "Altes Brauhaus zum Engel" eröffnete, mag das manchen Alteingesessenen geschmerzt haben - wurde doch die traditionsreiche Gaststätte nun zum Sitz einer Firma für Innenausbau und Parkettverlegung. Aber immerhin war der drohende Stillstand auf der Liegenschaft aufgehalten.

Nun droht aber ein neuer Rückschlag. Denn über den Inhaber der Firma Benekon Bau ist bereits Ende Mai das Insolvenzverfahren eröffnet worden. Zum Insolvenzverwalter wurde der Mannheimer Rechtsanwalt Steffen Rauschenbusch ernannt.

Kein Kontakt möglich

Der hat aber seine liebe Mühe, mit dem Firmeninhaber überhaupt in Kontakt zu treten. Bis gestern habe er jedenfalls noch keinen Erfolg gehabt, teilte der Anwalt mit. Daher habe er auch noch keine Anhaltspunkte über die Ursachen der Insolvenz oder die Anzahl der betroffenen Mitarbeiter beim Handwerksbetrieb. Laut der Insolvenzanmeldung hat der Inhaber als seine Wohnadresse das Gaststättengebäude angegeben. Die Homepage der Firma ist mittlerweile abgeschaltet worden.

Bewegte Brauereigeschichte

Das Gasthaus mitten im Dorfzentrum, an der Torstraße gelegen, war einst Teil der Engel-Brauerei. Diese wurde 1865 von Michael Kühner gegründet und 1988 von der Heilbronner Cluss-Brauerei übernommen. Auf die Brauerei geht auch das alljährliche Bockbierfest im Ort zurück. Während die Brauerei bald darauf die Tore schloss - auf ihrem Gelände entstand 1995 eine Wohnanlage -, bestand das Gasthaus weiter. Von 1980 bis 1992 führte die Familie Muth die Wirtschaft, ehe sie ein Restaurant in einem Nachbarort eröffnete. Es folgten mehrere Pächterwechsel, zuletzt war hier das Ehepaar Seile von 2005 bis 2014 aktiv.

Damals bescheinigten Gäste auf Internetportalen dem Gasthaus gute Küche, aber "stark in die Jahre gekommenes Ambiente". Die Seiles zogen über Worms nach Singen, wo sie heute ein großes Hotel leiten. Anschließend bestand für das Erdgeschoss ein Baustopp, um den Umbau zu einer Pension zu verhindern. Der Handwerksbetrieb hat seine Werkstatt daher in einem Anbau.