Gundelsheimer ärgern sich über die Freibad-Öffnungszeiten

Gundelsheim  Die Schlechtwetterregelung ist ein Aspekt, der Schwimmer in Gundelsheim verärgert. Manchmal stehen Badegäste auch bei Sonnenschein vor verschlossener Tür.

Von Kirsi-Fee Rexin

Unter 15 Grad bleibt das Terrassenfreibad zu

Ärgern sich über die eingeschränkten Öffnungszeiten: (v.l.) Renate Mainz, Arno Mutz, Gisela Schnatterbeck, Annemarie Harnisch und Rainer Neumann.

Foto: Veigel

Statt Badefreuden herrscht derzeit Frust bei passionierten Schwimmern in Gundelsheim. Grund sind die temperaturabhängigen Öffnungszeiten im Terrassenfreibad, die der Gemeinderat 2018 beschlossen hat. Ob das Bad geöffnet oder geschlossen hat, entscheidet eine Wetter-App.

Sind für den Folgetag nicht mindestens 15 Grad angekündigt, bleibt das Bad zu. Zwischen 15 und 19 Grad gilt die Schlechtwetterregelung, das Bad hat dann nur von 15 bis 19 Uhr geöffnet. Doch auch eine Wetter-App kann sich irren. Und so standen bereits zu Saisonbeginn zahlreiche Badegäste bei strahlendem Sonnenschein vor der verschlossenen Freibadtür.

Informationen kommen per Mail und stehen auf der Homepage

Täglich um 14 Uhr ruft Bademeister Martin Hornung die Wetter-App auf. Per Mail und über die Homepage der Stadt informiert er dann die Badegäste, ob und wann das Bad am darauffolgenden Tag geöffnet hat. "Wenn man eine Dauerkarte hat, will man immer die Möglichkeit haben, schwimmen zu gehen", findet Renate Mainz. Das sei unabhängig von der Außentemperatur. "Wer dann zwei Mal vor verschlossener Tür steht, kommt kein drittes Mal." Andrea Bachmann pflichtet ihr bei: "Außerdem ist das Bad ja auch beheizt."

Ein Blick in die Freibäder im Umland zeigt: Die Bäder haben auch bei kühleren Temperaturen auf. "In Gundelsheim wissen die Leute hingegen gar nicht mehr, wann sie kommen können. Die Öffnungszeiten sind unfreundlich und unverständlich geworden", findet Rainer Neumann. Die Schlechtwetterregelung von 15 bis 19 Uhr macht es für viele unmöglich, das Freibad zu besuchen. "Das ist eine unpraktische Uhrzeit. Da sollte wenigstens zusätzlich noch morgens auf sein", findet eine Besucherin aus Höchstberg.

Verärgerung darüber, dass es keinen Abendtarif gibt

Warum es keinen Abendtarif gibt, ist der Gruppe auch schleierhaft. "Man muss den Leuten auch etwas bieten. Aber 4,50 Euro für eine Stunde schwimmen am Abend ist Wucher", ärgert sich Bachmann. Um gegen die Öffnungszeiten vorzugehen, sammelt die Gruppe Unterschriften. Rolf Rupp ist der 147., der unterschreibt: "Die Leistungen werden immer mehr beschnitten, gleichzeitig steigt der Preis."

Auffallend sei, dass Gundelsheim trotz der im Vergleich zu anderen Freibädern stark eingeschränkten Öffnungszeiten die höchsten Preise hat, weiß Renate Mainz. Eine Jahreskarte kostet beispielsweise 90 Euro. "Für was zahlen wir so viel Geld? Auch der Spind kostet Dauerkartenbesitzer extra."

Auf Anfrage erklärt Gundelsheims Bürgermeisterin Heike Schokatz: "Grund für die Regelung war eine verlässlichere Planung der Öffnungszeit am Folgetag, da von unserer Seite entsprechend Personal vorgehalten und eingesetzt werden muss." Positiv sei bei der Schlechtwetterregelung, dass nur ein Bademeister eingesetzt werden müsse.

Beschluss hat zunächst einmal weiterhin Gültigkeit

"Wir verstehen vollkommen die Verärgerung der Badegäste, und es ist keinesfalls der Wunsch, dass Schwimmer vor verschlossener Tür stehen." Zwischenzeitlich habe man geprüft, ob eine Änderung der Öffnungszeiten in der laufenden Saison möglich ist. Das sei nicht der Fall. Der Beschluss des Gemeinderats habe laut Aussage des Kommunalamtes beim Landratsamt Heilbronn sechs Monate Gültigkeit.

Trotzdem seien die 2018 getroffenen Regelungen nicht in Stein gemeißelt, versichert Schokatz. Der neue Gemeinderat werde sich nach der Sommerpause damit auseinandersetzen. Außerdem gedenke man, einen Arbeitskreis Freibad einzurichten, in dem Badegäste ehrenamtlich mitarbeiten können.

 


Kommentar hinzufügen