Eschen entlang des Neckars mussten sicherheitshalber weichen

Bad Wimpfen  Zahlreiche kaputte Bäume wurden in Bad Wimpfen entlang des Neckarhangs Richtung Heinsheim gefällt, nachgepflanzt wird aber nichts. Das Eschentriebsterben hat dafür gesorgt, dass viele Bäume abgestorben sind.

Von Stefanie Pfäffle
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Eschen entlang dem Neckar mussten sicherheitshalber weichen

Entlang dem Neckar wurden vor allem viele Eschen geschlagen, die die Verkehrssicherheit von Radfahrern sowie Fußgängern auf dem Neckartalsteig gefährdet hatten.

Foto: Stefanie Pfäffle

Wenn Bäume gefällt werden, regt sich schnell Protest. Doch "niemand macht gerne einen Baum um, ein Förster schon gar nicht, trotzdem müssen wir uns immer mehr erklären und verteidigen", stellt Jörg Pfeiffer, Forstrevierleiter von Bad Wimpfen, fest. Mitte Januar wurde entlang des Neckarhangs Richtung Heinsheim ordentlich geholzt. Verkehrssicherungspflicht lautet das Stichwort. Das war wohl so offensichtlich, dass Pfeiffer froh ist, dass sich die Aufregung dieses Mal in Grenzen hielt.

Die Spuren der Aktion sind entlang des Ufers noch deutlich zu sehen. Zahlreiche Baumstümpfe zeugen von alten Standorten. Am Wegesrand lagern diverse Haufen an Gipfelholz, die zu Hackschnitzeln verarbeitet werden, aber auch viele Polter mit Stämmen, die in die Industrie gehen. Rund 180 Festmeter Brenn- und weitere hundert Festmeter Gipfelholz wurden dem Hang entnommen. Trotzdem wirkt er dank Gestrüpp und Geißblatt immer noch dicht bewachsen.

Viele tote Bäume wegen Eschentriebsterben 

Es sind vor allem Eschen, die jetzt fehlen. Das Eschentriebsterben hat auch hier dafür gesorgt, dass viele Bäume abstarben. Das fiel so extrem auf, weil etwa 80 Prozent der Bäume Eschen waren. Eigentlich sind Esche und Erle nämlich besonders gut für feuchte Standorte geeignet.

"Wir sind selber erschrocken, wie viel das war", gibt Roland Löffler, Leiter des Amts für Bauen und Umweltschutz der Stadt, zu. Nun heißt es im Wald normalerweise "Betreten auf eigene Gefahr", doch hier sieht die Lage anders aus. Das liegt zum einen am Radweg und zum anderen am Neckartalsteig, einem zertifizierten Wanderweg, der genau hier entlang führt. Dazu kommt eine Treppe zum Bahnhof.

"Es ist auch ein Trugschluss, dass ein Hang automatisch stärker ist, wenn dort große Bäume stehen", betont Pfeiffer. Bei einem Nordhang wachsen die oberen Exemplare noch gerade gen Sonne, der Rest muss sich biegen, um Licht abzubekommen. "Ab einer gewissen Größe reißen die Wurzeln raus und der Baum wird instabil." Zusätzlich greift der Hallimasch die Wurzeln völlig unvermittelt an und schwächt sie. Außerdem bleiben ja Stümpfe und damit das Wurzelgeflecht auch nach den Fällungen erhalten.

Viele kleine Parzellen gehören Privatbesitzern

Die Fläche gehört übrigens nur zu etwa 20 Prozent der Stadt, der Rest ist in vielen kleinen Parzellen unter Privatbesitzern aufgeteilt. Die alle anzuschreiben, wäre ein enormer Aufwand gewesen, weswegen die Pflege und auch der Holzverkauf gleich mitgemacht wurden. Dadurch konnte die Maßnahme auch ohne Verlust vollzogen werden.

Neben den Eschen sind auch andere Arten wie Akazien, Ahorn, Nuss und vereinzelt die seltene Elsbeere ihrem Standort zum Opfer gefallen. Pfeiffer findet den Hang allerdings nicht kahl geräumt. "In zwei Jahren wird man kaum noch was davon sehen, und die nächste Maßnahme ist erst wieder in 20 Jahren fällig", schätzt er. Überall stehen noch kleine Stämme und die Naturverjüngung wird ihr übriges tun, den Hang wieder zu begrünen. "Wir pflanzen hier nichts nach, sondern lassen der Natur ihren Lauf, weil das viel stabilere Bäume bringt."


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