Der Weinlehrpfad am Scheuerberg wird wiederbelebt

Neckarsulm  Neue Pflanzen, Bänke, Schilder: Der August-Herold-Weg bekommt eine Schönheitskur. Bis zur Buga-Eröffnung im April soll auch der Pfad in Neckarsulm fertig sein.

Von Patricia Okrafka

Der Weinlehrpfad am Scheuerberg wird wiederbelebt

Das Neckarsulmer Naherholungsgebiet am Scheuerberg soll attraktiver werden. Von ganz oben haben Besucher einen guten Blick über die Region. Foto: Patricia Okrafka

 

Der August-Herold-Weg auf dem Scheuerberg in Neckarsulm führt vorbei an hölzernen Stelen, dem Hilbertshaus und an der alten Burgmauer. Jeder, der es bis nach ganz oben schafft, kann im Norden den Odenwald, im Osten das Kohlekraftwerk und das Audi-Gelände überblicken. Man sieht Streuobstwiesen und Weinberge. "Das ist der Kulturraum. Die starken Gegensätze machen den Reiz aus", sagt Christopher King, der den Weinlehrpfad neu konzipiert hat. Jetzt geht es richtig los: In den nächsten Monaten wird die Planung umgesetzt.

"Von hier oben sieht man den Nordschwarzwald, aber auch die Löwensteiner Berge", weiß Hermann Berthold. Ihm gehört das Weingut am Fuße des Scheuerbergs. Der Winzer hatte die Idee, den Weinlehrpfad wiederzubeleben und ist auf Bürgermeisterin Suzanne Mösel zugegangen. Landschaftsarchitekt Christopher King arbeitet das Konzept aus. Der Gemeinderat stimmt der Umsetzung im Dezember 2018 zu und stellt für das Projekt 76 500 Euro zur Verfügung.

Der Weg geriet in Vergessenheit

Den alten Weinlehrpfad gibt es eigentlich schon seit Anfang der 80er Jahre, doch als 2012 die Schilder abmontiert werden, gerät der Weg in Vergessenheit. "Viele Schilder sind gar nicht mehr auffindbar", sagt King. "Wir haben uns überlegt: Machen wir etwas zur Bundesgartenschau 2019?" Auch wenn die Arbeiten am neuen Weinlehrpfad bis zur Buga-Eröffnung Mitte April fertig sein sollen, sieht der Planer die Großveranstaltung nur als Anlass, der das Projekt in Neckarsulm ins Rollen gebracht hat.

"Man ist im Zeitplan", sagt King. Die Planung sei abgeschlossen. "Für die neuen Bänke haben wir Sponsoren gefunden." King ist überzeugt: "Das soll was Dauerhaftes bleiben." Der Weinlehrpfad soll stetig weiterentwickelt werden.

"Das Frustrierende: Man wird im April von den neuen Pflanzen wenig sehen", sagt King. Denn es dauert, bis sich die Pflänzchen entwickelt haben. "Altes Gestrüpp kommt weg", sagt Berthold. Auch Ahorn-Bäume gehörten eigentlich nicht auf einen Weinberg. Stattdessen könnten dort bald Mandel, Pfirsich sowie Holunder und die seltene Osterluzei blühen.

An manchen Stellen kann auch noch nicht gerodet werden. "Die Mauereidechse hält Winterruhe im Wurzelbereich", sagt Christopher King. Deshalb werden erstmal nur oberflächlich Pflanzen gekappt und das Gehölz entfernt. Im Sommer, wenn die Eidechse wieder aktiv ist und sich auf Steinen in der Sonne wärmt, werden dann die Wurzelstöcke entfernt.

Die vorhandenen Wege sind in gutem Zustand

"Man muss nicht viel neu erfinden", sagt King über den Pfad. Es gebe das Hilbertshaus - eine alte Schutzhütte - und die vorhandenen Wege seien in gutem Zustand. Sie müssen nur etwas überarbeitet werden. Abschnitte, wie der Fußweg auf den Hohberg, sollen gerodet und als Wanderwege angelegt werden. Die Burgmauer unter dem Kreuz, die nur an manchen Stellen sichtbar ist, wird freigelegt. An ihr entlang sollen Stauden und Kräuter wachsen.

Zum Verweilen laden bald mehrere Orte entlang der Haupt- und Nebenroute ein. Letztere soll barrierefrei sein. Insgesamt werden 14 Bänke und eine Liege ausgetauscht. Als Material sieht der Architekt Holz, Stein und Eisen vor. Über QR-Codes, Informationsstelen und Straßenbeschriftungen mit den Namen der Rebsorten können sich Besucher beim Wandern informieren.

Einzelne Stufen der schmalen Himmelstreppe, die zum Kreuz führt, werden ausgebessert. Hermann Berthold hofft auf eine Strahlkraft, die mehr Besucher anzieht. Schon jetzt gebe es Weinwanderungen. Einen Einweihungstermin des neuen Pfads gibt es aber noch nicht.

 

Weinlehrpfad am Scheuerberg