Blumenhändler auf dem Wochenmarkt fehlt nicht jedem Kunden

Neckarsulm  Die meisten Kunden sind auch ohne Blumenstand zufrieden mit dem Angebot auf dem Wochenmarkt in Neckarsulm. Die Intervention der Stadt, nach der der Blumenhändler gehen musste, schmeckt allerdings nicht jedem.

Von Stefanie Pfäffle
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Der Blumenhändler auf dem Neckarsulmer Wochenmarkt fehlt nicht jedem Kunden.

Gemüse, Obst, Fleisch, Käse und Eier − die Marktkunden sind mit dem Angebot samstags weitestgehend zufrieden.

Foto: Stefanie Pfäffle

Samstagvormittag auf dem Marktplatz in Neckarsulm: Mit ihren Einkaufskörben gehen die Menschen zielgerichtet zu einem der Gemüsestände, holen sich dort etwas Käse und anderswo Wurst oder Eier. Sieben Stände sind es insgesamt, doch einer fehlt: der Blumenhändler. Nach Beschwerde eines ortsansässigen Geschäfts ob der Konkurrenz hatte die Stadtverwaltung interveniert. Bei einer kleinen Umfrage unter den Kunden zeigt sich: Die Blumen fehlen den wenigsten, das Vorgehen der Stadt findet der Großteil allerdings zweifelhaft.

Das sagen die Kunden dazu

Ursula Moser fährt jeden Samstag von Bad Friedrichshall nach Neckarsulm auf den Markt. "Mir fehlt der Blumenhändler. Ich habe da häufiger was fürs Grab oder für Zuhause mitgenommen", erzählt sie. Jetzt müsse sie extra nach Jagstfeld. Das sei zeitaufwendiger. "So hatte ich halt alles auf einmal." Ihrer Meinung nach sei Konkurrenz kein ausreichender Grund, dass der Stand jetzt nicht mehr nach Neckarsulm kommen soll. "Man muss auch andere Anbieter akzeptieren. Als nächstes kommen dann die Metzger und beschweren sich."

Anett Hensel kommt eher wegen Gemüse, Obst und Eiern auf den Markt, weswegen sie der Mangel an Blumen auch nicht weiter stört. "Die Handhabung der Stadt ist allerdings nicht so toll, schließlich belebt Konkurrenz das Geschäft, und manchmal hatte der Stand bessere Angebote als das örtliche Geschäft", findet die Stamm-Marktkundin.

Kopfschütteln über Einmischung der Stadt

Andreas Schössebeck fand das Preis-Leistungs-Verhältnis beim ortsansässigen Blumenhändler besser, weswegen er auch nie am Stand eingekauft hat. Trotzdem: Zur Einmischung der Stadt schüttelt er etwas den Kopf. "Normalerweise sag ich, Konkurrenz belebt das Geschäft." Mit dem Angebot ist der Neckarsulmer weitestgehend zufrieden. Er vermisst nur die italienische Feinkost, die früher angeboten wurde. "Ich hab" allerdings mal mit dem Händler gesprochen, und er meinte, es lohnt sich nicht unbedingt, weil nicht so viele Leute hier einkaufen."

Alles da, was man braucht, meint Wilfried Sander. "Es ist kein riesen Markt, dafür müsste man nach Heilbronn fahren. Und wenn das Angebot noch dünner wird, ist es fraglich, ob es den Markt noch lange gibt", überlegt er.

Mittwochs sind es mehr Stände

Mittwochs seien noch ein paar Stände mehr als samstags auf dem Platz, deswegen sollte man als Neckarsulmer mit dem Angebot zufrieden sein. Der Blumenhändler fehlt ihm nicht. "Ich bin nicht so der typische Blumenkäufer", gibt Sander zu. Aber wenn, dann sei das türkische Gemüsegeschäft bei ihm im Neuberg zum Blumenladen für ihn geworden. Eine 46-Jährige aus Neckarsulm ist mit dem Angebot zufrieden. Ihr fehlt nichts, auch der Blumenstand nicht. "Ich kann den Blumenladen schon verstehen, natürlich ist das ein gewisser Wettbewerb."

 


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