700 Vakzindosen an einem Tag in Obereisesheim verimpft

Neckarsulm  Im ehemaligen Schlecker ist am Samstag im Akkord geimpft worden: Alle, die gekommen sind, sind froh um die Dosis Astrazeneca. Der Großteil der Patienten stammt aus den drei Praxen, deren Ärzte an der Spitze der Aktion stehen.

Von Stefanie Pfäffle
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Im Minutentakt werden die Impfwilligen eingecheckt und nur kurze Zeit später ist die Spritze auch schon gesetzt: In Obereisesheim kamen so am Samstag mehr als 700 Personen zu einer Erstimpfung.

Foto: Stefanie Pfäffle

Eine kleine Motivationsrede kann nicht schaden, denn im ehemaligen Schlecker in Obereisesheim haben die Anwesenden Großes vor. Mehr als 700 Menschen bekommen am Samstag ihre erste Dosis Astrazeneca gespritzt und allesamt sind heilfroh, dass es endlich soweit ist. "Sind alle da? Dann starten wir die Party", ruft Dr. Tobias Neuwirth um 9.40 Uhr und öffnet die Tür. Dort warten bereits die ersten, obwohl die Aktion eigentlich erst um 10 Uhr starten soll.

Astrazeneca sei ein sehr guter Impfstoff

In den letzten Wochen hatte Neuwirth von der Hausarztpraxis Obereisesheim, der die Aktion gemeinsam mit der Hausarztpraxis Neuberg und der Praxis von Dr. Michael Ntokalou in Neckarsulm anbietet, immer die maximal mögliche Menge des Corona-Impfstoffs Astrazeneca bestellt. Der Zuspruch bei den Impfberechtigten war allerdings eher verhalten und so sammelte sich diese große Menge an. "Nach der Freigabe haben wir uns für die Aktion entschieden, auch, um unsere Praxis zu entlasten, denn wir bekommen wahnsinnig viele telefonische Anfragen." Er persönlich halte den britisch-schwedischen Wirkstoff für sehr gut, auch wenn klar sei, dass er nicht für alle Personen geeignet sei. "Aber das muss man dann eben ärztlich evaluieren."

Hoffen, der Quarantäne entgehen zu können

Der Großteil der Impfwilligen, die an diesem Tag kommen, sind Patienten aus den drei Praxen, wo im Vorfeld geprüft werden konnte, ob es sinnvoll ist oder nicht. "Es war aber keiner dabei, dem wir aus medizinischer Sicht absagen mussten." Die Tür geht auf und prompt steht der erste da, der keinen Termin hat. "Unser Chef hat gesagt, wir sollen einfach hierher fahren", erklärt der Nachfolger. Insgesamt sind sie zu dritt. Neuwirth nickt, sie sollen reinkommen. Es werden nicht die letzten sein. "Eigentlich wollten wir das schon rein über Terminvergabe machen, aber wir haben wohlweislich einen Puffer einkalkuliert", erzählt er. Marcel Maier gehört zu den ersten in der Reihe. "Weil"s die einzige Chance war, dass ich einen Impftermin bekomme", begründet der 55-Jährige aus Neckargartach seinen Entschluss. Maier ist beruflich viel im Ausland, hofft, durch die Impfung bald der Anschlussquarantäne entgehen zu können.

Gerne wieder mit den Großeltern Zeit verbringen

Felix Horn hat über seine Mutter von der Aktion erfahren. Die Chance wollte sich der 22-Jährige nicht entgehen lassen. "Ich würde gerne mal wieder reisen oder auch nur normale Tage mit den Großeltern verbringen können."

Ein Schritt nach dem anderen

Es geht zu wie im Taubenschlag. Anmelden, in eine der drei Impfkabinen, Aufkleber in den Impfpass rein und ab. Meike Krause ist als Erzieherin schon länger impfberechtigt, aber mit einem Termin im Impfzentrum hat es nie geklappt. "Ich hatte mich hier auf die Biontech-Warteliste setzen lassen, aber das ging jetzt noch schneller", freut sich die 21-Jährige aus Bad Wimpfen.


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