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Ittlingen: Videoüberwachung schlägt Wellen

  
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Ittlingen - Das Elsenztaldorf will mit Videoüberwachung gegen Blumendiebe auf dem Friedhof vorgehen. Die Entscheidung hat landesweit Wellen geschlagen, bedeutet sie für Baden-Württemberg doch Neuland. Der Verband der Friedhofsverwalter kritisiert den Schritt als überzogen.

Von Alexander Hettich

Die Entscheidung des Ittlinger Gemeinderats, Videokameras zur Überwachung auf dem örtlichen Friedhof zu installieren, sorgt für Diskussionen. Fotos: Hettich/dpa, Montage: Petersen


Ittlingen - Ittlingen will mit Videoüberwachung gegen Blumendiebe auf dem Friedhof vorgehen. Nachbargemeinden sehen derzeit keinen Anlass, sich ein Beispiel am Elsenztaldorf zu nehmen. Die Entscheidung hat landesweit Wellen geschlagen, bedeutet sie für Baden-Württemberg doch Neuland. Der Verband der Friedhofsverwalter kritisiert den Schritt als überzogen.

Großes Interesse

Die Nachrichtenagentur dpa und in ihrem Gefolge überregionale Zeitungen oder Boulevardblätter: Sie haben dieser Tage einen Seitenblick auf Ittlingen geworfen. Die einstimmige Entscheidung des Gemeinderats, zwei Videokameras zur Überwachung auf dem örtlichen Friedhof zu installieren, wird aufmerksam verfolgt. Das große Interesse entspricht nicht ganz der Bedeutung, die das Thema am Mittwochabend im Gemeinderat einnahm.

Die Diskussion war schnell abgehandelt, war man sich doch schon zuvor bei einer Radrundfahrt durch den Ort weitgehend einig geworden. „Wir möchten den Bürgern signalisieren, dass wir ihre Ängste ernst nehmen“, begründete Bürgermeister Achim Heck den Vorstoß, den die Gemeinderäte einstimmig befürworteten. Dass immer wieder Blumen verschwinden, sei für die Angehörigen nur schwer zu ertragen. „Es geht um die Achtung der Pietät und der Totenruhe“, sieht Heck dringenden Handlungsbedarf.

Friedhofsverwalter kritisieren Entscheidung

Auf Kritik ist die Entscheidung beim Verband der deutschen Friedhofsverwalter gestoßen. „Ich finde das eher überzogen. Mir ist kein Friedhof bekannt, der wegen Blumendiebstählen gleich Kameras installiert, sagte die Verbandsgeschäftsführerin Simone Andruscheck gegenüber dpa. Gemeinden mit solchen Problemen sollten eher an die Bürger appellieren, pietätvoll die Gräberanlagen zu besuchen anstatt eine „Komplettüberwachung“ zu etablieren.

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