Nico Neuberger (23) ist in Erlenbach geboren und in Dahenfeld aufgewachsen. Er betreibt mittlerweile fünf Fitnessstudios unter dem Label NHN Athletics GmbH. 2022 wurde Neuberger Deutscher Meister bei den Junioren in der Disziplin „Man’s Physic“. Im Dezember 2024 hat er am berühmten „Muscle Beach“ in Miami ein Fotoshooting absolviert und es aufs Cover des Männer-Magazins Boylicious geschafft.
Fitnesstrainer Nico Neuberger aus Neckarsulm: "Man kann auch zu viel trainieren"
Der Neckarsulmer Fitnesstrainer Nico Neuberger setzt sich lieber Ziele als gute Vorsätze. Im Interview erklärt der 23-Jährige, warum Sport auch gegen Depression helfen kann.
Nico Neuberger ist ein Kämpfer, was man nicht nur an seinen beeindruckenden Muskeln sieht. Der Dahenfelder ist Unternehmer und betreibt fünf Fitness-Studios. Leicht war sein Weg aber nicht.
Zum Jahresbeginn ist immer die Zeit der guten Vorsätze. Was sollte man sich denn vornehmen und was eher nicht?
Nico Neuberger: Etwas vornehmen sollte man sich nicht nur, weil das neue Jahr beginnt, sondern allgemein einen gesunden Lebensstil anstreben. Dazu gehört Sport, Ernährung und das Mindset. Das sind die drei wichtigsten Komponenten. Und wenn eins davon nicht stimmt, dann hat es Auswirkungen auf die anderen Bereiche.

Was macht das Mindset aus? Ist das reine Kopfsache?
Neuberger: Das Mindset entscheidet, ob du ins Training gehst oder jetzt mal keine Motivation hast. Ob du dich trotzdem gesund ernährst, auch wenn du jetzt mal keine Lust darauf hast. Oder wenn du unterwegs bist mit anderen, und jeder trinkt Alkohol, ob du das dann trotzdem schaffst, nicht so viel Alkohol zu trinken oder keinen. Der Kopf bestimmt über unsere Denkweise. Du bist, was du denkst.
Stimmt, hier steht ja auch an der Wand: „Sei stärker als deine Ausreden.“ Mit dem Vertrag im Fitnessstudio ist es nicht getan, oder?
Neuberger: Am besten ist, wenn man sich einen Trainingsplan macht fürs Fitnessstudio, dass man die Kontrolle und Routine hat. Deshalb ist Begleitung wichtig, dass man nicht ahnungslos oder übermotiviert anfängt und nach ein, zwei Monaten wieder aufhört, weil man keine Fortschritte sieht, weil man vielleicht auch zu viel macht. Man kann auch zu viel trainieren. Man muss schauen, dass man immer im grünen Bereich bleibt.
Dein Traumbody ist doch sicher das Ergebnis harter Arbeit?
Neuberger: Und auch langer Zeit.
Wieviel Zeit verbringst du im Studio, und was machst du?
Neuberger: Ich bin fünfmal die Woche im Training. Zwei Tage habe ich bewusst mal Pause, da mache ich Yoga, Meditation, Stretching, gehe spazieren. Im Training mache ich Kraftsport, Ausdauer, Boxen und Kampfsport. Und auch High-Intensity-Training mit dem eigenen Körpergewicht, zum Beispiel Hampelmann, Liegestützen, mit dem Seil. Das nennt sich Hybrid-Athlet, wenn man mehrere Bereiche kombiniert.
Welche Rolle spielt die Ernährung?
Neuberger: Ich empfehle ein Verhältnis 80 zu 20. 80 Prozent gesund, Gemüse, Obst, Eiweiß, gute Fette und 20 Prozent Zucker und Kohlenhydrate. Ab und zu will man doch einen Schokoriegel oder eine Pizza essen. Das Leben muss auch Spaß machen.

Die Motivation wird im Sport immer wichtiger. Was ist deine Motivation?
Neuberger: Motivation ist ein wunderschönes Gefühl, aber das hält halt leider nicht lange. Das geht auch nach einem gewissen Zeitraum, nach einer gewissen Dauer weg. Wenn die Motivation weg ist, dann entscheidet die Disziplin. Deswegen ist es wichtig, dass man diesen Lifestyle in Training und Ernährung zu seiner Leidenschaft macht. Motivation bringt einem an Tagen, an denen man keine Lust hat, es draußen regnet oder man müde ist, leider nichts.
Welche guten Vorsätze hast du für 2025?
Neuberger: Ich habe eher Ziele, die ich erreichen will über die nächsten Jahre. Mir ist zum Beispiel wichtig, dass ich die Leute mehr einbeziehe, auch auf Social Media. Heutzutage gibt es leider viele Menschen, die depressiv sind oder die in einem Tief stecken. Da ich das selbst auch schon alles erlebt habe, glaube ich, kann ich gut nachvollziehen, wie es anderen geht. Sport hilft, weil dabei Glückshormone ausschüttet werden.
Kommentare öffnen
Stimme.de
Kommentare