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Auf dem Weg zur Weihnachtsfeier 
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Einsatz in Highheels: Drei SLK-Mitarbeiterinnen reanimieren Mann in Schwaigern

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Für drei SLK-Mitarbeiterinnen steht die Weihnachtsfeier bevor. Da sendet die App „Region der Lebensretter“ einen Alarm. Ein Notfall-Einsatz in Schwaigern folgt – in Weihnachtspullover, Kleid und Highheels.


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Es war der Abend der Weihnachtsfeier der Intensivstation am SLK-Klinikum. Drei Kolleginnen, Assistenzärztin Saskia Stegmüller und die Pflegefachkräfte Lisa-Marie Nitsch und Fabienne Bissinger, hatten sich gerade zurechtgemacht, als Stegmüllers Handy einen lauten Alarm auslöste. Die App „Region der Lebensretter“, in der sie als freiwillige Helferin registriert ist, meldete einen Notfall: Ein Herz-Kreislauf-Stillstand nur wenige Hundert Meter entfernt. 

SLK-Mitarbeiterinnen reanimieren Mann in Schwaigern – Ernstfall nach Training

„Das war ein krasser Zufall“, erzählt Stegmüller, „weil wir kurz zuvor noch ein Reanimationstraining im Trio hatten – und dann saßen wir ausgerechnet in genau dieser Situation im Auto.“ Ohne zu zögern hätten sich die drei Frauen dazu entschieden, zum Einsatzort in Schwaigern zu fahren, erzählt Stegmüller.

„Ich glaube, wir hätten das alle nicht mit unserem Gewissen vereinbaren können, da nicht hinzufahren. Vor allem, weil wir durch unseren Beruf wissen, wie schlecht die Überlebenschancen sind, wenn man nicht gleich reanimiert.“ Als der Alarm losging, befanden sich die drei Frauen in Schwaigern im Auto, nur 600 Meter vom Einsatzort entfernt. 

Vor Abfahrt soll es noch ein Spiegel-Selfie geben. Was die drei Krankenhauskolleginnen nicht ahnen, ist, dass sie gleich entscheidend für das Überleben eines Mannes sein werden. Von links: Fabienne Bissinger, Lisa-Marie Nitsch und Saskia Stegmüller.
Vor Abfahrt soll es noch ein Spiegel-Selfie geben. Was die drei Krankenhauskolleginnen nicht ahnen, ist, dass sie gleich entscheidend für das Überleben eines Mannes sein werden. Von links: Fabienne Bissinger, Lisa-Marie Nitsch und Saskia Stegmüller.  Foto: privat

Sie erinnert sich an die dramatischen Minuten: Am Einsatzort teilten sich die Arbeitskolleginnen auf, um die Wohnung des Patienten schneller zu finden. Lisa-Marie Nitsch erreichte den Mann als erste und begann sofort mit der Herzdruckmassage. Kurze Zeit später stießen Stegmüller und Bissinger dazu. Zusätzlich kam ein weiterer Helfer, ebenfalls über die App alarmiert, mit einem Notfallrucksack.

Gemeinsam gelang es ihnen, den Mann zu stabilisieren, bis Rettungsdienst und Notarzt eintrafen und ihn zur weiteren Behandlung ins Krankenhaus brachten.

Drei Frauen reanimieren Mann in Schwaigern nach Herzstillstand

„Natürlich waren wir stolz, aber wir konnten zuerst gar nicht realisieren, was gerade passiert war“, sagt Assistenzärztin Saskia Stegmüller. „Auch wenn wir es durch unseren Job gewohnt sind, war das eine völlig andere Situation – ohne Equipment, geschminkt, in Weihnachtspulli, High Heels, Rock und Kleid.“

Entscheidend für das Überleben bei einem Herzstillstand sind laut Stegmüller die ersten drei bis fünf Minuten. „Wenn man in dieser Zeit nicht mit der Reanimation beginnt, kommt es durch den massiven Sauerstoffmangel im Gehirn zu irreparablen Schäden oder sogar zum Tod.“

Genau aus diesem Grund habe sie sich zusätzlich zu ihrem Job ehrenamtlich in der App registriert. Diese informiert qualifizierte Ersthelfer darüber, wenn in ihrer Nähe ein Notruf an die Integrierte Rettungsleitstelle Heilbronn über einen Herzstillstand eingeht. So funktioniert die App der Lebensretter. 

App „Region der Lebensretter“ sendet Alarm ans Handy von Registrierten 

Die App, die 2021 von SLK-Oberärztin Tatjana Hilker in der Region etabliert wurde, hat ihren Ursprung in Freiburg und ist mittlerweile in vielen Bundesländern vertreten. Ziel ist es, durch schnelle Hilfe vor Ort die Überlebenschancen bei Herzstillständen erheblich zu verbessern.

„Im Durchschnitt braucht ein Rettungsdienst sieben bis neun Minuten bis er eintrifft. Das ist zu spät“, erklärt Hilker. Ungefähr 400 Alarme im Jahr verzeichne das System im Jahr in Heilbronn und Umgebung. Registrierte Lebensretter gebe es in der Region laut Hilker aktuell 725. 

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