Würths kulturelle Streifzüge durch Palermo

"Von Spitzweg zu Badelitz": Eine Ausstellung im Normannenpalast und die Restaurierung der Cappella Palatina

Würths kulturelle Streifzüge durch Palermo
„Das schönste, das erstaunlichste religiöse Kleinod auf Erden“: Mosaikdetail Cappella Palatina in Palermo, deren Restaurierung von der Würth-Gruppe finanziert wird. (Foto: Detjen)

Als der Künzelsauer Unternehmer und Kunstmäzen während einer Privatreise vor ein paar Jahren die Kapelle im Normannenpalast in Palermo besichtigte und sah, in welch desolatem Zustand sich die Cappella Palatina befand, beschloss Reinhold Würth, die Restaurierung der dreischiffigen Basilika mit ihren weltberühmten Mosaiken zu finanzieren.

Im 12. Jahrhundert errichtet und von Roger II. in den Königspalast eingefügt, gilt die Kapelle als vollkommenstes Werk der christlichen Kunst, dessen älteste Mosaike auf das Jahr 1143 zurückgehen, wie eine griechische Inschrift in der Kuppel bestätigt. Die Arbeiten folgen der Tradition byzantinischer Künstler, spätere Mosaike und lateinische Inschriften stellen die Geschichte des Neuen Testamentes dar.

„Das schönste, das erstaunlichste, vom Menschen erträumte und von Künstlerhand geschaffene religiöse Kleinod auf Erden“, wie der französische Autor Guy de Maupassant schwärmte, ist auch während der Restaurierungsarbeiten dem Publikum zugänglich: ein unter normannischen, byzantinischen und arabischen Einflüssen gebautes Kleinod mit kunstvollen Marmorfußböden, massiven Marmorsäulen, einer mit Schnitzkunst verzierten Decke aus Holz und den legendären Mosaiken an den Wänden und in der Kuppel.

Auf fünf Jahre ist das Sponsoring-Abkommen der Würth-Gruppe mit der Regionalregierung von Sizilien, die ihren Sitz im Normannenpalast hat, festgelegt. Die Übereinkunft von 2003 sieht zudem vor, dass jedes Jahr Werke aus der über 9000 Arbeiten umfassenden Sammlung Würth in Palermo präsentiert werden: eine fünfjährige Ausstellungstätigkeit im Normannenpalast. Nach dem Auftakt im vergangenen Jahr mit Werken des Impressionismus und des Expressionismus wird nun ein weiterer Teilaspekt der Kollektion gezeigt: „Von Spitzweg bis Baselitz. Streifzüge durch die Sammlung Würth“.

Bis zum 1. Oktober dokumentieren in der Sala Duca di Montata 71 Exponate den persönlichen, assoziativen Blick Reinhold Würths auf die Entwicklung der Kunst vom ausgehenden 19. Jahrhundert bis heute. Hans Arp, Willi Baumeister, Max Ernst, David Hockney, Alfred Hrdlicka, Jörg Immendorff, Anselm Kiefer, Roy Lichtenstein, Emil Nolde, Pablo Picasso, Neuerwerbungen wie ein Jean Michel Basquiat und mehr: Die „Percorsi da Spitzweg a Baselitz“ sind ab Oktober im dann neu eröffneten Artforum in der Niederlassung Rom/Capena zu sehen.

Im Rahmen der Ausstellungseröffnung in Palermo am vergangenen Wochenende hat der leitende Architekt Marion Würth und Gäste der Firmengruppe über den Stand der Renovierungsarbeiten in der Cappella Palatina informiert. Für das Engagement zur Erhaltung dieses einmaligen Kulturguts hat die Europäische Union Würth-Italien bereits mit einem Preis geehrt.