Werke voller Leben und Farbe

Eppingen - Auch in ihren neueren und neuesten Arbeiten ist Rut Hanselmann den Sujets früherer Jahre treu geblieben. Das zeigt die Ausstellung in der Galerie im Rathaus mit Stillleben und Landschaften, die in dem zeitlichen Rahmen von 1989 bis 2010 entstanden sind.

Von Martina Kitzing-Bretz

Eppingen - Auch in ihren neueren und neuesten Arbeiten ist Rut Hanselmann den Sujets früherer Jahre treu geblieben. Das zeigt die Ausstellung in der Galerie im Rathaus mit Stillleben und Landschaften, die in dem zeitlichen Rahmen von 1989 bis 2010 entstanden sind.

"Es sind die einfachen Dinge des Lebens, die sie darstellt", fasst Laudator Karl-Heinz Ohr die Bildthematik der in Untergruppenbach lebenden Künstlerin zusammen. So finden sich in ihren Bildern schlichte Stillleben-Arrangements aus Blumenvasen mit Wiesensträußen und Obstschalen oder mit direkt auf dem Tischtuch platziertem Obst.

Als Zeuge des menschlichen Alltags kann ein Kaffeegedeck die Ansammlung von Gegenständen ergänzen. Ähnlich verhält es sich mit den Landschaftsbildern: Anstatt dramatischer Naturausschnitte zeigt sie einfache Strukturen wie den zum Dorf führenden Weg oder Häuser im Schnee.

Menschliches Dasein Dass diesen Bildern dennoch etwas Besonderes anhaftet, liegt an der Kunst der Wiedergabe: Indem Rut Hanselmann die Motive abstrahiert, werden sie aus der Wirklichkeit herausgelöst und zu einem Gleichnis einfachen menschlichen Daseins.

Dieses Arbeiten "parallel zur Natur", wie es Cézanne, der Urvater der Moderne, formulierte, drückt sich auch in der Farbigkeit aus. Unabhängig von dem Vorbild der Natur setzt sie die Farben dort ein, wo sie der Komposition gut tun. So schmückt ein malvenfarbenes Dach das Haus im Bild "Schwäbische Toscana", und die Farbe harmoniert mit dem kühlen, bläulichen Grün der Komposition des Landschaftsbildes. Die Farbigkeit ihrerMalereien wird bestimmt von tonigen Werten, von gemischten Farben, die in ihrer Skala aufeinander abgestimmt sind.

Mit erdigen Tönen und in Acryl hält die Künstlerin die Dorflandschaften fest, setzt darin farbige Akzente wie "Das rote Haus". Sie setzt eine Landschaft aus "Stadtmauer und Kirchturm" in eine von Grauwerten dominierte Komposition um, deren Farben unabhängig vom Gegenstand die kühle Stimmung des Bildes bestimmen.

Distanz spricht aus dieser Farbigkeit, die sie auch in ihren Stillleben einsetzt. Die in der vordersten Bildebene positionierten Gegenstände erscheinen dadurch dem Betrachter zum Greifen nahe. Im ersten Nachkriegsjahr aus einem schwäbischen Dorf aufgebrochen, um zunächst eine Töpferlehre zu machen und anschließend Malerei an der Kunstakademie in Freiburg zu studieren, hat Rut Hanselmann Ferne und Nähe in ihrem eigenen Leben erfahren. Dieser Gegensatz kommt in ihren Bildern zum Ausdruck.

Bis 25. Februar zu den Öffnungszeiten des Rathauses.