Weltinnenbilder des Malers Rolf Friederichs

Leingarten - Eine Lage von parallelen Strichen bildet den Umriss eines Arms und unterstreicht dessen Bewegung.

Von Martina Kitzing-Bretz

Weltinnenbilder des Malers Rolf Friederichs
2006 entstanden "Blaue Türme" von Rolf Friederichs.Foto: Kitzing-Bretz

Leingarten - Eine Lage von parallelen Strichen bildet den Umriss eines Arms und unterstreicht dessen Bewegung. Ist es die Armbewegung eines Schwimmers, der das Wasser zur Seite schaufelt? Die Frage ist schwerlich zu beantworten.

Dem Heilbronner Künstler Rolf Friederichs geht es in seiner Malerei nicht um Inhalte. Vielmehr sucht er die Lösung formaler Fragen wie die nach dem Ausdruck von Bewegung. Wie er das macht, kann man mittels 37 im Museum Altes Rathaus in Leingarten ausgestellter Werke entdecken.

Neue Ansätze

Bereits die Futuristen zu Beginn des 20. Jahrhunderts wollten die Geschwindigkeit des neuen Zeitalters in ihren kubisch-abstrakten Kompositionen ausdrücken. Nach dem Zweiten Weltkrieg kam es zu neuen formalen Ansätzen in der abstrakten Kunst, die unter den Begriffen Tachismus, Action Painting oder Informel zusammengefasst werden.

Von der Spontaneität und Impulsivität dieser Stilrichtungen ist der 1937 geborene Künstler Friederichs beeinflusst. Seit 1973 widmet sich der studierte Grafiker der freien Kunst und fasst seine Malerei als Ausgleich für seine jahrelange Tätigkeit als Illustrator auf.

Doch klingen in seinen Bildern die Zeichnungen früherer Jahre nach. Es tauchen immer wieder architektonische Motive auf. In der Komposition "Sacre Coeur" ist es ein Fenster und in den beiden Arbeiten "Silhouette NY" sind es die Hochhäuser der Stadt New York. Die Motive ordnen sich jedoch dem Bekenntnis des Künstlers zur impulsiven zeichnerischen Linie unter.

Zunehmend abstrakter

Neben seinem Hang zur Aquarelltechnik zeigt die Schau auch seine Entwicklung. Seine Kompositionen werden zunehmend abstrakter. Was als Konstante geblieben ist, ist die Farbe: Blaugrau, Schwarz, Rot und Grün bestimmen die Farbwelt von "Blaue Türme", die den Betrachter in ihrer fließenden Expressivität mitreißt.

Die Ausstellung dauert bis 25. Oktober, Sonntag 15 bis 17 Uhr, Donnerstag 17 bis 19 Uhr und nach Vereinbarung (07131/406132).