"Um das Ansehen der Mitarbeiter zu wahren"

Heilbronn - Mit der Spielzeit 2011/12 gibt es personelle Änderungen am Theater Heilbronn. Claudia Ihlefeld hat beim Intendanten Axel Vornam nachgefragt.

Mit der Spielzeit 2011/12 gibt es personelle Änderungen am Theater Heilbronn. Der langjährige Bühnenbildner Thomas Pekny wird Produktionsassistent, der musikalische Leiter Nicolas Kemmer Korrepetitor. Claudia Ihlefeld hat beim Intendanten Axel Vornam nachgefragt.

Herr Vornam, welche Gründe haben Sie bewogen, Thomas Pekny und Nicolas Kemmer in ihrer jeweiligen Position zurückzustufen?

Axel Vornam: Als Intendant trage ich die künstlerische Gesamtverantwortung für das Theater. Um diese wahrnehmen zu können, ist mir eine weitgehende künstlerische Entscheidungsfreiheit zugestanden. Dies gilt für den Spielplan, aber auch für personelle Entscheidungen. Insbesondere ist die Frage zu berücksichtigen, ob mit dem jeweiligen Mitarbeiter das künstlerische Konzept des Hauses eine adäquate Umsetzung finden kann. Sieht der Intendant dies nicht als gewährleistet an, so kann laut Bühnentarifrecht eine Nichtverlängerung des Vertrages ausgesprochen werden. Mitarbeitern, die länger als 15 Jahre beschäftigt sind, kann ein Vertrag zu veränderten Bedingungen angeboten werden. Möglichkeit zur künstlerischen Selbstverwirklichung ist nicht zu gewährleisten. Diese Regelung dient der materiellen Absicherung langjähriger Mitarbeiter. Es ist an Theatern üblich, dass ehemalige Sänger oder Musiker in anderen Tätigkeitsfeldern weiterarbeiten: als Inspizient, Souffleur, oder ähnliches. Hier nimmt das Theater seine soziale Verantwortung wahr, Beschäftigten, die aus künstlerischen Gründen nicht mehr ihre vorherigen Positionen bekleiden können, eine Weiterbeschäftigung zuzusichern. Wenn ich auf eine öffentliche Erläuterung der künstlerischen Gründe nicht näher eingehe, so, um das Ansehen der Mitarbeiter zu wahren.

Was umfasst eigentlich das Aufgabengebiet eines Produktionsassistenten?

Vornam: Als Mitarbeiter der Technischen Leitung, der dem Technischen Leiter direkt unterstellt ist, hat er vielfältige Tätigkeiten. So die Betreuung der Fertigung von Bühnenbildern in den Werkstätten, Betreuung der Endproben auf den drei Bühnen, Vorbereitung der Bauproben, Erstellung von Werkstattzeichnungen auf Grundlage der Bühnenbildentwürfe von Gastbühnenbildnern. Das ist bei rund 25 Neuinszenierungen ein verantwortungsvolles Arbeitsgebiet.

Und was macht der Korrepetitor?

Vornam: Der Korrepetitor spielt am Klavier statt des Orchesters oder der vorgesehenen Musikformation auf Proben, wenn Sänger, Chöre, Tänzer, Schauspieler ein Theaterstück neu lernen oder einstudieren. In Einzelproben studiert er entsprechend den Vorstellungen von Dirigent, musikalischem Leiter, Regisseur nach Absprache und Vorgabe in Einzelproben mit den Darstellern die Gesangspartien ein und gibt korrigierende musikalische Hinweise.

Worin unterscheidet sich Ihre ästhetische Vorstellung eines Bühnenbildes von der Thomas Peknys?

Vornam: Nochmals sei erwähnt, dass die Gründe künstlerischer Natur sind. Eine öffentliche Diskussion zu den Bühnenbildern von Herrn Pekny führe ich nicht, da diese zu einer geschmacklichen würde, aber nicht hinsichtlich künstlerischer Gründe aufschlussreich wäre.

Können Sie verstehen, dass es Theatergänger bedauern, auf Bühnenbilder von Pekny verzichten zu müssen?

Vornam: Ich kann dies verstehen, aber die Beweggründe nicht teilen.