Ruf nach Weihnachten

Bei der Stunde der Kirchenmusik singt das Vokalensemble Advents- und Weihnachtsmotetten zum ersten Advent in der Kilianskirche

Von Monika Köhler

Ruf nach Weihnachten
Volles Haus: Vokalensemble Heilbronn und Instrumentalsolisten bei der Stunde der Kirchenmusik in der Kilianskirche.Foto: Monika Köhler

Heilbronn - Es geht auf Weihnachten zu. Das zeigt sich nicht nur im Programm der Stunde der Kirchenmusik, sondern auch darin, dass die Kilianskirche so voll ist, dass einige Zuschauer stehen müssen.

Zum ausklingenden Bach-Jahr bildet dessen Kantate "Nun komm, der Heiden Heiland" den Höhepunkt des Abends, der mit einem hervorragend aufgestellten Vokalensemble, Gesangssolisten aus den eigenen Reihen sowie Instrumentalisten unter Leitung von Kilianskantor Stefan Skobowsky zur Feierstunde gerät. Beschwörend wird der Hauptvers in den einzelnen Stimmlagen vorgetragen, schieben sich die Ebenen im Fugato federleicht ineinander. Neben dem Rezitativ von Tenor Hans-Martin Braunwarth zu Cello und Continuo und Bass (Karlheinz Gutensohn) betört vor allem Elisabeth Bair-Arkilic in den lieblich ausgeformten Arien zu leider etwas zu dominanten Streichern mit glockenreinem Sopran. Am Ende dann die Freude zur Begrüßung des Advents mit dem Ruf nach Weihnachten. Auch Samuel Scheidt hat sich Luthers Dichtung angenommen.

Seine Motette fasziniert in schillernder Doppelchörigkeit. Und zu Bachs Choralbearbeitung mit Naoko Yamauchi-Fendrich an der Orgel kommt Johann Crügers Choralsatz, mit der Gemeinde gesungen. Außer mit präzisen Einsätzen und klarer Artikulation brilliert das Vokalensemble mit Gestaltungsvermögen.

Vielseitig wird der Choralsatz "Wie soll ich dich empfangen" intoniert: lebhaft bei Johann Ebeling, bei Crüger im Wechsel mit den Zuhörern und voll Demut bei Bachs Fassung aus dem Weihnachtsoratorium. Durchsichtig erscheinen die Motetten zu Advent und Weihnachten von Mendelssohn und Gottfried Homilius, geradezu frohlockend. Während Melchior Francks und Bachs Motetten zur Geburt in erzählerischem Duktus Vorfreude auf die Weihnachtsgeschichte machen.


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