Rechtsstreit um Degradierungen am Stadttheater

Heilbronn - Pekny und Kemmer wehren sich gegen Änderungsmitteilungen

Von Andreas Sommer

Heilbronn - Der langjährige musikalische Leiter am Stadttheater, Nicolas Kemmer, sowie der frühere Ausstattungssleiter Thomas Pekny, seit 1983 im Haus, sollen künftig andere Aufgaben übernehmen. Kemmer soll, wie berichtet, Korrepetitor, Pekny Produktionsassistent werden. Beide haben gegen diese Änderungsmitteilung geklagt.

Zweite Instanz

Während Kemmers Klage in erster Instanz vom Bühnenschiedsgericht in Frankfurt zurückgewiesen wurde, gab das Gericht Peknys Klage statt. Kemmer will nun in zweiter Instanz das Oberbühnenschiedsgericht in Frankfurt bemühen, das Theater hat vor, im Fall Pekny in die Berufung zu gehen. Intendant Axel Vornam bestätigte diesen Sachverhalt am Freitag gegenüber unserer Zeitung. Vornam führt für seine Entscheidung ausschließlich "künstlerische Gründe" ins Feld und beruft sich auf Paragraf 61 des Bühnentarifrechts, der ihm diese subjektive künstlerische Entscheidungsfreiheit zugestehe.

Der Paragraf regelt auch Änderungsmitteilungen an Mitarbeiter, die länger als 15 Jahre beschäftigt sind. Beiden kann demnach, so Vornam, eine andere Position im Haus zugewiesen werden.

Laufendes Verfahren

Für Vornam sind derlei Veränderungen im Haus "ganz normal". Kemmer und Pekny haben, so Vornam, "der Änderungsmitteilung vorbehaltlich der gerichtlichen Überprüfung zugestimmt".

Pekny, der 200 Bühnenbilder für Heilbronn konzipiert hat und eine Professur für Bühnenkostümdesign und Szenographie in Pforzheim innehat, wollte am Freitag ebenso wie Kemmer auf Anraten des gemeinsamen Münchner Rechtsanwalts wegen des laufenden Verfahrens keine Stellungnahme abgeben. Kemmer gibt sich kampfbereit: "Ich gehe bis zum Bundesarbeitsgericht."

Rechtsstreit um Degradierungen am Stadttheater

Nicolas Kemmer

Foto: Guido Sawatzki