Muggaseggele und andere Spezialitäten

Mit seinem neusten Buch "Schwäbisch für Anfänger" gibt der Stuttgarter Kabarettist Christoph Sonntag (48) Nicht-Schwaben Kommunikationshilfe. Vom Spätzlerezept über Wortschatz bis zur Kehrwoche lernt der Laie in dem bei Langenscheidt erschienen Buch schwäbischen Gepflogenheiten kennen. Roland Böhm hat sich mit dem Kabarettisten unterhalten.

Mit seinem neusten Buch "Schwäbisch für Anfänger" gibt der Stuttgarter Kabarettist Christoph Sonntag (48) Nicht-Schwaben Kommunikationshilfe. Vom Spätzlerezept über Wortschatz bis zur Kehrwoche lernt der Laie in dem bei Langenscheidt erschienen Buch schwäbischen Gepflogenheiten kennen. Roland Böhm hat sich mit dem Kabarettisten unterhalten.

Kann man Schwäbisch lernen?

Christoph Sonntag: Sagen wir mal so: Man kann es nicht verlernen. Aber auch für Reigschmeckte muss es ganz und gar nicht peinlich sein, Dialektwörter zu verwenden. Im Gegenteil: Dem Schwaben ist das angenehm, es signalisiert ihm: Der beschäftigt sich mit uns.

Haben Sie Lieblingswörter?

Sonntag: Wunderbar ist Muggaseggele, die kleinste schwäbische Maßeinheit − der Penis einer kleinen Mücke. Ich mag aber auch hälinga, die schwäbische Variante von heimlich: Man kauft ein Auto, macht das Typenschild ab, und fährt dann − quasi heimlich − doch mit dem größten Motor rum. Schön ist auch oagnehm, unser unangenehm.

Mögen Sie generell Dialekte, sogar Sächsisch?

Sonntag: Das schöne am Sächsisch ist, dass es mit der Wiedervereinigung Schwäbisch als oagnehmster Dialekt abgelöst hat. Die Rolle sind wir erstmal los. Es ist ja auch längst nicht mehr so, dass jemand aus Hamburg hier bei uns gar nichts versteht. In diese Zeit greift mein neues Buch zurück − wo wir noch tiefste Provinz waren.