In Farbatmosphäre umgesetzte südfranzösische Lebenslust

Neckarwestheim - Leuchtendes Karminrot, helles Zinnoberrot, Schwarz, Weiß und Ockersand sind die Träger farblicher Stimmungen in den Bildern von Eva Recordon. Inspiriert vom Wechsel der Jahreszeiten, von Architekturmotiven und der südfranzösischen Landschaft setzt sie ihre Eindrücke in abstrakte Farbkompositionen um.

Von Martina Kitzing-Bretz

In Farbatmosphäre umgesetzte südfranzösische Lebenslust
Die überbordende Farbkombination aus orange-braunem Ockersand und Rot trifft auf ruhiges Weiß und Grau: Eva Recordons „Entre Saisons“.Foto: Martina Kitzing-Bretz

Neckarwestheim - Leuchtendes Karminrot, helles Zinnoberrot, Schwarz, Weiß und Ockersand sind die Träger farblicher Stimmungen in den Bildern von Eva Recordon. Inspiriert vom Wechsel der Jahreszeiten, von Architekturmotiven und der südfranzösischen Landschaft setzt sie ihre Eindrücke in abstrakte Farbkompositionen um.

Nach Themen geordnet sind die Bilder in der dreigeschossigen Galerie im Rundbau des GKN Neckarwestheim zu sehen. Von den Themenbereichen „Körpersprache“ bis zu „Rouge Domine“ erstreckt sich die Ausstellung, die einen Überblick der Arbeiten von Eva Recordon seit Beginn der 90er Jahre bietet.

Die Künstlerin spachtelt die Farbe in großzügigen Flächen auf die Leinwand, trägt sie in Schichten auf und kratzt die untere Farbschicht wieder heraus. Für Strukturen in ihrer Schichtenmalerei sorgen körnige Pigmente oder Ockersand, den sie wegen seiner warmen Farbigkeit so gerne verwendet.

Leuchtkraft In den Bildern paaren sich erdige Naturfarben mit glutvollem Karminrot, dessen Leuchtkraft gesteigert wird durch den Simultankontrast zu Schwarz. In der Reihe „Indian Summer“ oder „Entre Saisons“ trifft die überbordende Farbkombination aus orange-braunem Ockersand und Rot auf ruhiges Weiß und Grau und wird damit ausgeglichen. Der romanische Rundbogen, wie er im Zisterzienserkloster „Le Thoronet“ in der Nähe ihres Ateliers in der französischen Provence vorkommt, bildet das Hauptmotiv der Bildreihe „Portes et Portiques“. Als runde Form innerhalb einer abstrakten Bildsprache kommt er auch in Bildern anderer Reihen vor und symbolisiert die Tür zu einem neuen Lebensweg. Diesen beschritt die 1952 in Ulm geborene Künstlerin, als sie ihre Tätigkeit als Übersetzerin und Dolmetscherin aufgab und sich ganz ihrer Kunst widmete.

Inzwischen lebt und arbeitet Eva Recordon halbjährlich in Stuttgart, halbjährlich in Frankreich. Ihr zweites Zuhause mit Atelier liegt nicht weit von den Ockersteinbrüchen von Roussillon, deren Sand sie in ihre Farbkompositionen einbindet. Südfrankreich vermittelt ihr Sonne, Wärme und Lebenslust als Qualitäten des Lebens, die sie über die Farbatmosphäre in ihrer Malerei zum Ausdruck bringt.

Die Ausstellung läuft bis 10. Juli und ist geöffnet täglich von 9 bis 17 Uhr.


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