Immer wieder Bach

Heilbronn - 800. Stunde der Kirchenmusik in der Kilianskirche

Von Michaela Adick

Heilbronn - Es ist eine Herkulesaufgabe: Johann Sebastian Bachs gesamtes Orgelwerk wird im Laufe des Jahres in Heilbronn zu hören sein, in den Gottesdiensten am Deutschordensmünster und der Kilianskirche, in Meisterkonzerten, im Magnificat und der Stunde der Kirchenmusik.

Grund genug in einem Jubiläumskonzert in der Kilianskirche, man feierte die 800. Stunde der Kirchenmusik, mit einem Schmankerl aufzuwarten. Drei Bach-Kantaten standen im Mittelpunkt eines Konzerts des Heilbronner Vokalensembles unter der Leitung von Stefan Skobowsky, drei Kantaten aus einem Oeuvre von über 200 Kantaten, die der Thomaskantor im Laufe der Jahre komponiert hat: Ob Lust oder Frust: Sonntag für Sonntag oblag es Bach damals den Gottesdienst mit einer Kantate zu schmücken.

Zusammenspiel Mit "Nach dir, Herr, verlanget mich" aus dem Jahr 1708 beginnt das kleine Konzert, das von drei jungen Solisten, Judith Schulze (Sopran), Christopher Kaplan (Tenor) und Patrick Zielke (Bass), und Instrumentalisten der Musikschule (Leitung: Dan Talpan) mitgestaltet worden ist. Fließend lässt sich das Vokalensemble auf die Kantate ein, begleitet von zwei Violinen, Fagott und Continuo, dem harmonischen Gerüst des Barockzeitalters. Während in der Kantate "Ich habe genug" Schulze mit ihrem warmen, weichen Sopran zu begeistern weiß, steht in "Aus den Tiefen rufe ich, Herr, zu dir" das gelungene Zusammenspiel von Chor, Solisten und Orchester im Vordergrund: das bravouröse Vokalensemble, das von Zielke und Kaplan in bemerkenswerten Soli unterstützt wird.

Erneuerung Fest verankert in der Region, wird sich die Stunde der Kirchenmusik in den nächsten Jahren erneuern: mit Berücksichtigung der Chor-Avantgarde und Strömungen aus dem 20. und frühen 21. Jahrhundert. Doch erst einmal erwartet das Publikum ein langes Bach-Jahr.