Hans Schreiner: Einsamkeit gehört zum Menschsein

Bad Friedrichshall - Hans Schreiner, geboren 1930 in Bad Friedrichshall, gehört zu den bedeutenden Künstlern des Südwestens. Der 1987 zum Professor ernannte und in Stuttgart lebende Künstler stellt derzeit in den Städtischen Museen Heilbronn aus. Heute feiert er seinen 80. Geburtstag. Andreas Sommer hat mit Hans Schreiner gesprochen.

Hans Schreiner: Einsamkeit gehört zum Menschsein

Hans Schreiner

Foto: Ulrike Kugler

Bad Friedrichshall - Hans Schreiner, geboren 1930 in Bad Friedrichshall, gehört zu den bedeutenden Künstlern des Südwestens. Der 1987 zum Professor ernannte und in Stuttgart lebende Künstler stellt derzeit in den Städtischen Museen Heilbronn aus. Heute feiert er seinen 80. Geburtstag. Andreas Sommer hat mit Hans Schreiner gesprochen.

Nach 1968 und 1979 stellen Sie wieder einmal in Heilbronn aus. Fühlen Sie sich der Region verbunden?

Hans Schreiner: Zwei meiner vier Geschwister wohnen in Bad Friedrichshall. Ich habe in Heilbronn die Schule besucht und Abitur gemacht, insofern war der Kontakt immer da, wenn auch in unterschiedlicher Intensität. Bei der Eröffnung meiner Ausstellung habe ich alte Klassenkameraden getroffen, die ich 60 Jahre nicht gesehen hatte.

War es ein Risiko für Sie, ein Leben als freier Künstler zu wagen?

Schreiner: Ich wusste früh, dass ich die Kunstakademie besuchen wollte und machte zunächst das Staatsexamen als Kunsterzieher. Dann bot mir Professor Manfred Henninger eine Assistenzstelle an der Akademie an. Als ich dann überraschend einen Wettbewerb gewonnen hatte, rief ich meine Eltern an und sagte: Mit dem Kunsterzieher ist jetzt Schluss. Ich werde freier Künstler. Und es hat funktioniert.

Wie fanden Sie Ihre Lebensthemen Farbe, Raum und Landschaft?

Schreiner: Ich habe gemerkt, dass Farben etwas Räumliches aussagen können, und dass ich mit Farbe in Verbindung mit Landschaft psychologische Aussagen treffen kann.

In Ihrem Werk finden sich Urlandschaften, Vulkane, Lava...

Schreiner: Ja, seit meinem Villa- Massimo-Stipendium 1965. Die Riesendünen von Gran Canaria in Verbindung mit Wind, Meer und Wellengang haben mich zu einer emotionalen Auseinandersetzung mit dem Thema Landschaft angeregt.

Viele Ihrer Bilder sind Einsamkeitschiffren. Ein Wunschgedanke?

Schreiner: Nein. Einsamkeit erlebt man in Auseinandersetzung mit der Landschaft. Es ist eine existenzielle menschliche Empfindung, weder positiv noch negativ. Sie gehört zum Menschsein einfach dazu.