Als der liebe Gott die Plagen schickte

Heilbronn - Stunde der Kirchenmusik für Kinder mit Auszügen aus Händels "Israel in Egypt"

Von Monika Köhler

Als der liebe Gott die Plagen schickte
Stunde der Kirchenmusik für Kinder in der Kilianskirche mit Rebecca Manoras als Vorleserin auf der Kanzel.Foto: Monika Köhler

Heilbronn - Ganz so einfach ist es nicht, die Kinder bei Laune zu halten. Denn die Lesungen aus der Neukirchener Kinderbibel von Irmgard Weth, von Rebecca Manoras von der Kanzel herunter vorgetragen, wirken wie eine Predigt. Auch Sprecher Ulrich Keintzel muss sich alle Mühe geben, die kleinen Besucher in der gut besuchten Kilianskirche für Georg Friedrich Händels Oratorium "Israel in Egypt − Israel in Ägypten" zu begeistern.

Zweite Auflage Im vergangenen Dezember ins Leben gerufen, erfährt die "Stunde der Kirchenmusik für Kinder" ihre zweite Auflage unter Leitung von Kilianskantor Stefan Skobowsky. Und auch wenn das Thema diesmal nicht ganz so kindgerecht erscheint wie damals die weihnachtlichen Klänge, ist das Format eine feine Sache, um Kinder an Kirchenmusik heranzuführen. Oboen, Fagotte, Posaunen, Pauken und Streicher − die Musiker des Karlsruher Barockorchesters präsentieren ihre historischen Instrumente.

Aber was ist das für eine riesige Gitarre, die da im Vordergrund gespielt wird? "Eine Theorbe", erklärt Keintzel, der auch zum Text, den das Vokalensemble Heilbronn hier intoniert, etwas zu sagen hat: Nicht auf Deutsch wird die Geschichte des Volkes Israel, das Moses ins Gelobte Land führt, erzählt, sondern "in einem Englisch, das zu Händels Zeiten gesprochen wurde."

Ein Klagen und Jammern erhebt sich aus dem Chor, der damit zeigen will, wie sehr die Israeliten unter den Ägyptern und ihrem Pharao gelitten haben. "Ganz schiefe Töne" erklingen, als Gott die Plagen schickt und Wasser in Blut verwandelt. Das nachzusingen, fällt nur den wenigsten Kindern auf Anhieb leicht.

Heuschrecken Das Quaken der Frösche, das mit den Violinen Einzug in die Kirche hält, ist da viel lustiger. Und als Stechmücken und Heuschrecken die Ägypter plagen, wird das im Chor mit hohem Sopran und tiefen Bassstimmen anschaulich. Dass die Pauken sich gut für Sturm und Hagel eignen, versteht sich von selbst. Wie aber hört sich eine Sonnenfinsternis an? Vokalensemble und Orchester reagieren auf Stichwort, setzen mit machtvollem Unisono das Teilen des Meeres und mit fröhlichen Koloraturen die Rettung des Volkes in Szene. Den Kindern gefällt"s: Sie bedanken sich und trampeln mit den Füßen.


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