WKO präsentiert seine Konzertsaison 2020/21 wie ursprünglich geplant

Heilbronn  Unter Corona-bedingten Vorbehalten: Das Württembergische Kammerorchester Heilbronn möchte am 20. September mit einer Uraufführung in die Konzertsaison starten. Die neue Spielzeit steht unter dem Motto "Brückenschlag".

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Musik und Kunst auf einem Floß: WKO-Intendant Rainer Neumann (links), Künstler Peter Riek, Vorsitzende des Orchestervorstands Konstanze Felber-Faur.

Foto: Mario Berger

Auch wenn noch unklar ist, wann die Musiker auf die Bühne zurückkehren: Das Württembergische Kammerorchester Heilbronn (WKO) hat als erster der großen Kulturanbieter in der Region sein neues Programm vorgestellt, diesmal in den Städtischen Museen im Deutschhof.

Seit wenigen Tagen sind die Museen wieder geöffnet, unter Einhaltung der Corona-verordneten Abstands- und Hygieneregeln. Der Ort für die Präsentation der Konzertsaison 2020/21 ist allerdings aus einem anderen Grund wohl überlegt. Musik und Kunst: Das WKO und die Städtischen Museen Heilbronn kooperieren. Ein Baustein ist das Projekt "12 Stücke für ein Kammerorchester" des Heilbronner Künstlers Peter Riek, mit dem das WKO zudem seinen grafischen Auftritt in der neuen Programmbroschüre hat.

Die Programmbroschüre ist fertig, aber noch nicht gedruckt

Die Broschüre liegt fertig der Druckerei vor: Um auf Änderungen reagieren zu können, ist der Druck noch nicht erfolgt. Ein weiteres den Umständen geschuldetes Novum ist, dass Chefdirigent Case Scaglione via Zoom zugeschaltet wird aus seiner Wohnung in Paris.

Zehn Heilbronner Konzerte in der Harmonie sind gesetzt zwischen 20. September und 9. Juni 2021 sowie das Neujahrskonzert am 5. Januar und Formate wie Lunch- und Babykonzerte. Die in ihrer ursprünglichen Version geplante Saison steht unter dem Motto "Brückenschlag", beginnt mit einer Uraufführung und ist wesentlich noch von Madeleine Landlinger konzipiert worden, die zum Jahresende 2019 ausgeschieden ist.

Seit Februar ist Rainer Neumann WKO-Intendant, er hat das Programm um eigene Akzente ergänzt, etwa um das Projekt Artist-in-Association, das es dem WKO wieder ermöglicht, vertieft und kontinuierlich mit einem Künstler zusammenzuarbeiten. "Ein back to the roots", wie es Neumann und die Vorsitzende des Orchestervorstands Konstanze Felber-Faur betonen.

Uraufführung in der Kölner Philharmonie

WKO präsentiert seine Konzertsaison 2020/21 wie ursprünglich geplant

Wurde aus Paris via Zoom der Programm-Vorstellung im Foyer des Deutschhof-Museums zugeschaltet: WKO-Chefdirigent Case Scaglione.

Foto: Marcel Remmele

Das Programm im Einzelnen: Mit der Auftragskomposition von Bryce Dessner und dem Posaunisten Jörgen van Rijen starten die Heilbronner Mietekonzerte unter Leitung von Case Scaglione. Die Uraufführung des Dessner-Werks erfolgt eine Woche zuvor am 13. September in der Kölner Philharmonie. In der Harmonie gibt es dazu Strawinsky und Mendelssohn Bartholdy zu hören. Im Oktober sind die Komponisten Henri-Joseph Rigel, Haydn, Lekeu und Schostakowitsch zu erleben, Gast ist die Geigerin Veronika Eberle, es dirigiert Joseph Bastian.

Wagner, Tschaikowsky, Richard Strauss und Beethoven sind Themen des Konzerts im November: unter der Leitung von Case Scaglione und mit Johannes Moser am Violoncello. Im Dezember wird es ein wenig weihnachtlich, wenn der ehemalige WKO-Chefdirigent Ruben Gazarian den Abend leitet mit Stücken von Ernst Krenek, Vivaldi, Bach und anderen mit den Blockflötisten Andrea Ritter und Daniel Koschitzki.

Artist-in-Association beim WKO

Erster Artist-in-Association beim WKO im Januar ist der Geiger und Dirigent Emmanuel Tjeknavorian, der in Heilbronn, Ulm und Dortmund das WKO leitet mit Werken von Fauré, Saint-Saëns und Mendelssohn Bartholdy. Andreas Brantelid spielt Violoncello. Im Februar ist der lyrisch-dynamische, italienische Pianist Federico Colli zu Gast, den Abend mit Werken von Webern, Schumann und Beethoven dirigiert Case Scaglione. Das Konzert im März mit Kostbarkeiten von Händel, Harald Genzmer, Carl Philipp Emanuel und Johann Sebastian Bach dirigiert Martin Stadtfeld, Solistin ist die Trompeterin Selina Ott. Stolz ist das WKO darauf, dass es Chefdirigent Scaglione gelungen ist, die Geigerin Leila Josefowicz für das Konzert im April zu gewinnen. Auf dem Programm stehen Werke von Bach (bearbeitet von Webern) und Ligeti.

Als Trompeter und Dirigent steht Hákan Hardenberger mit dem WKO im Mai auf der Bühne und führt durch die musikalischen Welten von Johann Wilhelm Hertel, Bach, Pärt, Honneger und André Jolivet. Wenn die Konzert-Saison nach Plan verläuft, endet sie im Juni mit Werken von David Diamond, Mozart, Ligeti und dem Hornisten Stefan Dohr unter der Leitung von Case Scaglione.

Abos und Karten

Das WKO verlängert die Kündigungsfrist für bestehende Abonnements bis 31. Juli, neue Abos werden ab dem 1. August gezeichnet. Der Einzelkartenvorverkauf startet am 1. August in den Geschäftsstellen unserer Zeitung und unter www.wko-heilbronn.de.

Ursprünglich geplante Version: Das Württembergische Kammerorchester Heilbronn (WKO) präsentiert sein Programm 2020/21 in der vor Corona geplanten Version. Sollten die Konzerte ab September so nicht stattfinden können, haben Intendant, Orchestermanagerin und ihr Team einen Plan B mit Änderungen erarbeitet, der derzeit noch nicht spruchreif ist. Überlegt werden kleine, kammermusikalische Formate, die mehrfach in der Harmonie vor maximal 250 bis 300 Besuchern zur Aufführung kommen.

 

Claudia Ihlefeld

Claudia Ihlefeld

Autorin

Seit ihrem Volontariat bei der Heilbronner Stimme 1991 schreibt Claudia Ihlefeld überwiegend über regionale Kultur und Kulturpolitik, aber auch über nationale und internationale Kulturereignisse.

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