Wie das Cave 61 seinen 60. Geburtstag feiern will

Heilbronn  Zu seinem Jubiläum plant der Heilbronner Jazzclub Cave 61 im Oktober ein viertägiges Festival mit acht Bands. Programmmacher Axel Lauser hatte das Line-Up eigentlich fertig ausgearbeitet. Doch nun sucht er nach Ersatz für zwei Gruppen.

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Jazz, Funk und Hip Hop vereint Pianist und Keyboarder Martin Sörös mit seinem Quartett Dr. Syros.

Foto: Sven Götz

Das Programm steht - fast. Wenn das Cave 61 im Oktober vier Tage lang seinen 60. Geburtstag feiert, dann hat Axel Lauser dafür Auftritte von insgesamt acht Bands eingeplant. Sechs davon stehen fest, für zwei sucht der erste Vorsitzende des Heilbronner Jazzclubs aktuell noch nach Ersatz, obwohl er das Line-Up schon ausgearbeitet hatte.

Der Grund: Auf der Vorstandssitzung am Samstag habe man mit Blick auf die Corona-Inzidenz hin und her diskutiert, erläutert der 79-Jährige, "aber angesichts der steigenden Zahlen haben wir alle die Befürchtung, dass wir unter Umständen mit den Amerikanern dergestalt Schwierigkeiten bekommen, dass sie entweder ein Ausreise- oder ein Einreiseverbot bekommen. Oder, was genauso schlimm wäre, dass sie nach Ankunft hier in Deutschland zunächst fünf Tage lang in Quarantäne müssten".

Auch die Sorge vor Einschränkungen wie limitierte Besucherzahlen bringt Axel Lauser ins Gespräch. Insgesamt ist dem Club daher das Risiko bei den ursprünglich vorgesehenen US-Gruppen zu hoch, geht es bei den beiden, nämlich der Fusion-Band Yellowjackets sowie der Sängerin Jazzmeia Horn und ihren Begleitern, doch immerhin jeweils um eine Summe von 10 000 Euro.

Die Auftritte dieser Musiker stehen bereits fest

Wie das Cave 61 seinen 60. Geburtstag feiern will

Nicht zum ersten Mal in Heilbronn zu Gast: Der Auftritt der Dutch Swing College Band im Rahmen des viertägigen Jubiläumsfestivals des Jazzclubs Cave 61 ist für Freitag, 15. Oktober, geplant. Foto: Bas Meijer

Gesetzt sind dafür die Auftritte der anderen sechs Bands. "Vor jedem Top-Act haben wir eine hauptsächlich baden-württembergische Gruppe", erklärt Axel Lauser den Ablauf des Programms, das er selbst als überwiegend "modernen Mainstream" bezeichnet. Den Auftakt der Jubiläumsfeierlichkeiten am Donnerstag, 14. Oktober, machen demnach Saxofonist Alexander Kuhn aus Stuttgart und sein Sandi Kuhn Quartett, gefolgt von Karolina Strassmayer & Drori Mondlak - Klaro!, dem Quartett um die österreichische Saxofonistin Karolina Strassmayer von der WDR Big Band Köln und ihren Mann, den New Yorker Schlagzeuger Drori Mondlak.

Am Freitag, 15. Oktober, stehen Pianist Thilo Wagner aus Mannheim und sein gleichnamiges Trio auf der Bühne, "für die Freunde der etwas älteren Jazzmusik" übernimmt im Anschluss die Dutch Swing College Band aus den Niederlanden. Zwar ebenfalls eine ausländische Gruppe, doch der Kontakt sei so gut, dass Axel Lauser hier keine Probleme sieht, müsste der Auftritt tatsächlich coronabedingt auf einen späteren Zeitpunkt gelegt werden. "Wir mussten sie schon einmal verschieben." Den Samstag, 16. Oktober, eröffnet der Heidenheimer Pianist und Keyboarder Martin Sörös mit seinem Quartett Dr. Syros, den Sonntag, 17. Oktober, die deutsch-brasilianische Sängerin Juliana Blumenschein aus Mannheim und ihr Quintett.

 

 

Gefeiert wird im Alten Theater Sontheim und Unter der Pyramide in der KSK Heilbronn

Wie das Cave 61 seinen 60. Geburtstag feiern will

Kombiniert brasilianische Rhythmen mit Jazz, Soul, Pop und Klassik: Sängerin Juliana Blumenschein.

Foto: Dumitrita Gore

Der erste Auftritt beginnt immer um 19 Uhr, gegen 21 Uhr ist jeweils das zweite Konzert des Abends anberaumt. Die Veranstaltungen am Donnerstag, Freitag und Samstag finden im Alten Theater in Sontheim statt. Am Sonntag empfängt das Cave 61 seine Gäste Unter der Pyramide in der Kreissparkasse Heilbronn, die das Festival, das sich der Jazzclub insgesamt rund 33.500 Euro kosten lässt, laut Axel Lauser auch bezuschusst. Mit 150 Besuchern pro Abend rechnet der Vorsitzende im Alten Theater, 500 peilt er Unter der Pyramide an. Tagestickets sollen 29 Euro kosten, ein für alle vier Tage gültiger Festival-Pass soll bei knapp unter 100 Euro liegen. Der Vorverkauf soll beginnen, wenn das Line-Up komplett eingetütet ist.

Wer Axel Lauser übrigens als Ersatz für die US-Amerikaner vorschwebt? Ein Auftritt von Saxofonist Klaus Doldinger klappt nicht, berichtet er. Im Gespräch fallen außerdem die Namen von Posaunist Nils Landgren, der in Deutschland wohne, sowie von Organistin Barbara Dennerlein. Und von Trompeter Till Brönner. "Das wäre mein großer Traum", so der Programmmacher.

Gründung

Die Geschichte des Cave 61 beginnt in einem ehemaligen Luftschutzkeller in der Uhland-/Ecke Werderstraße. Als Gründungstag des Heilbronner Jazzclubs gilt der 17. April 1961. Der Name leitet sich übrigens vom französischen Wort Cave für Keller her.

 

 

Christoph Feil

Christoph Feil

Autor

Seit 2015 ist Christoph Feil bei der Heilbronner Stimme. Er arbeitet im Ressort Leben und Freizeit. Darüber hinaus schreibt er für das Thementeam Wissen, hat den aktuellen Buchmarkt im Blick und stellt für das "Interview der Woche" Menschen gerne Fragen.

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