Vierte Ausgabe des Kurzfilm-Festivals Künzelsau startet am Donnerstag

Künzelsau  Das Festival wurde von Studierenden der Reinhold-Würth-Hochschule auf die Beine gestellt und findet ausschließlich online statt. Die filmischen Beiträge widmen sich sensiblen Themen, in der Festivaljury sitzt unter anderem ein bekannter schwäbischer Comedian.

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Gezeigt werden die Beiträge des Kurzfilmfestivals in Künzelsau in drei Kategorien: Spielfilme, Dokumentationen sowie Animations- und Experimentalfilme. Foto: privat

Was sie an Kurzfilmen fasziniert? "Ich habe erwartet, dass Sie mir diese Frage stellen", sagt Raphaela Henze und lacht. "Ich finde es spannend und faszinierend, in relativ kurzer Zeit auf den Punkt zu kommen und gleichzeitig einen Charakter und eine Geschichte schlüssig anzulegen", sagt die Dozentin der Reinhold-Würth-Hochschule in Künzelsau.

Gemeinsam mit Studierenden des Studienganges BWL mit dem Schwerpunkt Kultur- und Freizeitmanagement hat Henze die bereits vierte Ausgabe des Kurz.Film.Fests organisiert, das am Donnerstag ab 20 Uhr startet. Wegen der Corona-Pandemie findet die Veranstaltung in diesem Jahr ausschließlich online statt.

Die Filme werden in drei Kategorien gezeigt

Per Mail kann man sich kostenlos für das Festival anmelden. Knapp 50 Filme wurden eingesendet, darunter Beiträge von freien Filmemachern, aber auch von Studierenden der Filmakademie Baden-Württemberg in Ludwigsburg und der Hamburg Media School. Eingeteilt sind die Kurzfilme in drei Kategorien: Spielfilme, Dokumentationen sowie Animations- und Experimentalfilme.

Die Streifen haben eine Laufzeit zwischen zwei und 30 Minuten. "Auch in diesem Jahr sind die Beiträge unglaublich vielfältig", sagt Henze, die für das Kurzfilm-Genre eine wachsende Anhängerschaft wahrnimmt. "Viele haben dieses Format nicht auf dem Schirm, weil es beispielsweise im normalen Fernsehprogramm nicht vorkommt."

Eine Anmeldung ist ab 18 Jahren möglich

Zuschauer, die sich für das Festival registrieren, müssen 18 Jahre alt sein. "Das war eine bewusste Entscheidung, da auch einige sensible Themen behandelt werden. Es ist kein Familienevent, denn wir haben in diesem Jahr ein wenig düstere Filme im Programm. Das ist vielleicht auch dem besonderen Jahr 2020 geschuldet", betont die Dozentin.

Unter anderem geht es um Themen wie Bulimie, Pädophilie oder Sex gegen Geld. Ausgewählt wurden die Filme von einer mehrköpfigen Jury, zu der neben Kulturjournalisten und Kinobetreibern auch Dominik Kuhn gehört, der den meisten als schwäbischer Comedian Dodokay bekannt ist.

Eine Registrierung per Mail an bk-hs.heilbronn@gmx.de ist notwendig. Name und Geburtsdatum müssen angegeben werden. Das Festival ist kostenlos. Beginn: 20 Uhr, ab 22 Uhr gibt es eine Frage-Antwort-Gesprächsrunde.

"Natürlich fehlt, wie bei allen Kulturveranstaltungen derzeit, die Atmosphäre und die persönliche Begegnung", sagt Raphaela Henze. "Wir versuchen das auszugleichen. Es gibt nach den Filmen eine Frage-Antwort-Gesprächsrunde mit den Filmemachern und der Jury."

Das kleine Festival hat sich trotz geringem Budget eine gewisse Reichweite erarbeitet, soll aber, wie Raphaela Henze betont, auch in Zukunft ein studentisches Projekt bleiben. Und ein Sprungbrett für Filmemacher: Zwei Filme, die erstmals in Künzelsau gezeigt wurden, gewannen anschließend den Studierenden-Oscar in den USA.

 


Ranjo Döring

Ranjo Doering

Autor

Ranjo Doering arbeitet seit 2015 bei der Heilbronner Stimme. Nach seinem Volontariat und einem Jahr als Redakteur bei der Hohenloher Zeitung ist er seit 2018 im Kulturressort tätig. Seine Schwerpunkte sind Musik, Film, Theater und Kabarett.

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