Theater Heilbronn beendet aktuelle Spielzeit vorzeitig

Heilbronn  Wegen der Corona-Pandemie finden bis zur eigentlichen Sommerpause keine Vorstellungen statt. Für die Theaterleitung richtet sich der Fokus jetzt auf die kommende Saison 2020/21.

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Die Plätze im Heilbronner Theater werden noch eine Weile leer bleiben. Die Spielzeit 2019/2020 wurde vorzeitig beendet.

Foto: Jochen Quast

"Das ist eine ganz bittere Entscheidung, aber wir haben damit für die nächsten Monate Klarheit geschaffen. Klarheit darüber, wie wir weiterarbeiten können", sagt Intendant Axel Vornam. Seit Donnerstag steht fest: Die Spielzeit 2019/2020 am Stadttheater Heilbronn ist beendet, bis zur Sommerpause finden wegen der Corona-Pandemie keine Vorstellungen mehr statt.

Diesen Beschluss fasste die Theaterleitung in Abstimmung mit Oberbürgermeister Harry Mergel und Kulturbürgermeisterin Agnes Christner.

Kein normaler Spielbetrieb möglich

"Die Entscheidung ist aufgrund der gegebenen Maßnahmen geradezu zwingend gewesen. Ein normaler Spielbetrieb ist im Moment nicht mehr möglich", sagt Vornam. Durch das vorzeitige Ende der Spielzeit rechnet das Theater mit einem Einnahmeverlust von 1,3 Millionen Euro.

Um die härtesten wirtschaftlichen Einbrüche abzufedern, wird für viele Mitarbeiter ab 1. Mai Kurzarbeit angemeldet. "Das betrifft fast alle Bereiche des Theaters, darunter auch die Schauspieler", sagt Vornam.

Wie es jetzt weitergeht? Die für die aktuelle Spielzeit geplanten Premieren der musikalischen Revue "Born to Be Wild?" und der Boxx-Inszenierung "Was das Nashorn sah, als es auf die andere Seite des Zauns schaute" werden in die kommende Spielzeit übernommen.

Premieren werden auf nächste und übernächste Saison verschoben

Die weiteren Stücke "Biedermann und die Brandstifter" und "Romeo und Julia" im Großen Haus, das Musical "Männer" nach dem gleichnamigen Film von Doris Dörrie im Komödienhaus und "Die lächerliche Finsternis" von Wolfram Lotz in der Boxx sollen in der übernächsten Spielzeit 2021/22 zur Premiere gebracht werden.

Alle Hoffnungen und Planungen richten sich also jetzt auf den Herbst und damit auf die kommende Spielzeit. "Wir gehen im Moment von dem Szenarium aus, Ende September wieder zu spielen und am letzten Septemberwochenende die neue Theatersaison eröffnen zu dürfen", sagt Axel Vornam, betont aber, "wenn die Eindämmungsmaßnahmen der Pandemie bis dahin so weit gegriffen haben, dass ein halbwegs normaler Vorstellungsbetrieb möglich ist."

Die Spielzeit 2020/2021 soll Anfang Juni der Öffentlichkeit vorgestellt werden, die Theater-Werkstätten sollen im Laufe des Mai wieder mit ihren Arbeiten beginnen, um Bühnenbilder, Kostüme und Masken termingerecht fertigen zu können. Der Neustart des Probenbetriebs für das Schauspielensemble ist für Ende Juni angedacht.

Planungen hängen vor allem von staatlichen Entscheidungen ab

Doch sind Proben in Corona-Zeiten überhaupt möglich? "Mit Sicherheitsabstand und Masken, da feilen wir gerade an Hygiene-Konzepten. Das wird nicht die Art und Weise sein, wie wir es aus der Vergangenheit kennen. Aber damit werden wir erstmal leben müssen", sagt Vornam. Auch dass Zuschauer mit Schutzmasken zu Theaterbesuchen kommen, ist für Vornam ein mögliches Szenario. "Wir überdenken auch eine andere Besucherverteilung im Zuschauerraum. Voraussetzungen für alle Maßnahmen sind, so Vornam, verlässliche Entscheidungen von Land und Bund, "darauf werden wir dann reagieren".

Die Online-Aktion des Heilbronner Theaters "Heimspiel" auf den Social-Media-Kanälen geht bis zum Sommer weiter. Neben Videos und Lesungen der Schauspieler sollen nach der Veröffentlichung des Spielplans für die kommende Saison die neuen Stücke in einem "Heilbronner Decamerone" in einer Ringlesung vorgestellt werden. 

Den Abonnenten des Stadttheaters wird das Geld für ausgefallene Vorstellungen automatisch zurücküberwiesen. Es besteht auch die Möglichkeit, das Geld oder einen Teil davon im Rahmen der Aktion "Meine Karte für meine Bühne" zu spenden. Dies kann dem Abonnement-Büro bis spätestens 29. Mai per Telefon 07131-563004 oder per Mail an abo@theater-hn.de mitgeteilt werden. Für Einzelkartenkäufer hat das Theater ein Rückerstattungsformular auf die Startseite der Homepage gestellt. Dieses muss man herunterladen, ausfüllen und per Mail an kasse@theater-hn.de zurücksenden.

Es bestehen die Möglichkeiten, sich die Karte in einen Gutschein umwandeln zu lassen oder das Geld erstattet zu bekommen. Mehr Informationen gibt es beim Besucherservice unter 07131-563001 oder per Mail an kasse@theater-hn.de.


Ranjo Döring

Ranjo Doering

Autor

Ranjo Doering arbeitet seit 2015 bei der Heilbronner Stimme. Nach seinem Volontariat und einem Jahr als Redakteur bei der Hohenloher Zeitung ist er seit 2018 im Kulturressort tätig. Seine Schwerpunkte sind Musik, Film, Theater und Kabarett.

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