Science-Fiction-Romane eines Öhringers sollen verfilmt werden

Öhringen/Sachsenheim  Mit "LostSky" hat Bernd Stöhr den zweiten Roman seiner Science-Fiction-Trilogie veröffentlicht. Die Bücher des 53-jährigen Öhringers beschäftigen sich mit Wurmlöchern und unbekannten Welten und sollen in drei Staffeln verfilmt werden.

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Die Science-Fiction-Romane von Autor Bernd Stöhr sollen als Serie verfilmt werden. Der gebürtige Öhringer hat die Filmrechte verkauft. Foto: privat

Bernd Stöhr kann es zunächst kaum glauben. "Als meine Tochter mir erzählt hat, dass jemand vom Film angerufen und sich nach meinem Buch erkundigt hat, hielt ich das natürlich für einen Scherz." Doch ein Telefonat mit Filmproduzent Oliver Damian aus Berlin überzeugt ihn schnell vom Gegenteil. Eine kurze Notiz bei "Spiegel Online" hat Damian, der bei der Firma 27Films arbeitet, auf Stöhrs Debütroman "DarkSky" (2017) aufmerksam gemacht.

Eine Produktionsfirma aus Berlin hat sich die Filmrechte gesichert

Die Berliner Produktionsfirma, die sich im Kinojahr 2012 durch die überdrehte Science-Fiction-Komödie "Iron Sky" (Regie: Timo Vuorensola) einen Namen gemacht hat, hat sich inzwischen die Rechte an Stöhrs Science-Fiction-Trilogie gesichert, von der jetzt der zweite Band, "LostSky", erschienen ist.

Wann die Serie, von der drei Staffeln geplant sind, gedreht wird, ist noch offen. "Im Moment ist man in Verhandlungen mit Sendern und Streaminganbietern", sagt Stöhr, der in Öhringen geboren wurde.

Buchtipp

Bernd Stöhr: "LostSky". Books On Demand, 404 Seiten, 12,99 Euro.
Alle Infos über die Arbeit des Autors gibt es auf seiner Website.

Worum es in den Büchern geht? Am Forschungszentrum für Teilchenphysik CERN im Schweizer Genf laufen die Vorbereitungen für das Experiment "DarkSky", mit dem die Existenz der Dunklen Materie nachgewiesen werden soll.

Der Erfinder des Systems, Dr. Henning Finnley, und seine Chefentwicklerin, Dr. Priya Singh, machen eine Entdeckung, die den ganzen Planeten zerstören könnte. Durch ein erzeugtes Wurmloch wird eine Soldatin in eine unbekannte Welt geschleudert und muss von einem Rettungstrupp, angeführt von Priya Singh, gefunden werden.

"Literatur und Science-Fiction haben in meinem Leben schon immer eine wichtige Rolle gespielt", sagt der 53-Jährige und nennt TV-Serien wie "Star Trek", "Flash Gordon" und "Mondbasis Alpha" als frühe, prägende Einflüsse. Bernd Stöhrs Science-Fiction-Romane spielen in der Gegenwart. 

Fantasy und Science-Fiction-Themen sieht Stöhr inzwischen deutlich im Mainstream angekommen. Ein Beispiel ist die erfolgreiche deutsche Netflix-Produktion "Dark", die sich mit der Komplexität von Zeitreisen und Wurmlöchern beschäftigt. "Science-Fiction wurde längst aus der Nerd-Ecke rausgeholt und erreicht heute ein breites Publikum."

Seinen Beruf und die Arbeit an seinen Romanen unter einen Hut zu bringen, ist für Hobby-Autor Stöhr, der inzwischen in Sachsenheim bei Bietigheim-Bissingen lebt und als Ingenieur für Mikroelektronik arbeitet, nicht immer einfach.

"Der Beruf ist fordernd. Ich schreibe viel am Wochenende, aber auch unter der Woche, bevor ich zur Arbeit gehe. Ich habe mir da ein Setting zurechtgelegt." Will heißen: Eine Tasse Kaffee, ein großes Glas Wasser und passende Musik schaffen die frühmorgendliche Schreib-Atmosphäre.

Stöhr hat seine Science-Fiction-Romane bewusst nicht in die ferne Zukunft, sondern in die Gegenwart gelegt. "Ich will ein wenig damit spielen, was Realität und was Science-Fiction ist. Die technischen und wissenschaftlichen Fortschritte sind in der heutigen Zeit enorm. Das verschwimmt oft." Sein Ingenieurs-Beruf fließt dabei oft in die Bücher ein: "Mein technisches Wissen erlaubt es mir, so zu schreiben."

Die Familie von Bernd Stöhr ist an den Büchern beteiligt

Als Autor ist Stöhr ein Spätberufener. Mit 50 Jahren veröffentlicht er seinen ersten Roman. "Die Science-Fiction-Geschichte habe ich mehrere Jahre mit mir rumgetragen, mich aber nie getraut, sie aufzuschreiben. Irgendwann hat mich meine Frau dazu bewegt."

Die Familie ist an Stöhrs Romanen immer beteiligt: Sein Sohn gestaltet die mystischen Cover der Bücher, seine Tochter kümmert sich um Untertitel und den Klappentext, seine Frau, eine ehemalige Deutschlehrerin, übernimmt das finale Lektorat. "Es ist quasi ein Familienprodukt." Das soll auch für Band Drei der Trilogie gelten, an dem Stöhr gerade arbeitet.

 

Zur Person

Bernd Stöhr wurde 1966 in Öhringen geboren, wuchs in Neuenstein auf und machte auf dem Technischen Gymnasium in Öhringen sein Abitur. Er studierte Elektrotechnik an der Technischen Hochschule in Karlsruhe und promovierte auf dem Gebiet der Mikroelektronik an der Universität Stuttgart. 

Nach einer Station in München, folgte dann der Umzug zurück ins Schwabenland. 2017 erschien sein erster Roman "DarkSky", 2020 der zweite Teil "LostSky". Derzeit arbeitet Stöhr am dritten Band der Trilogie. Mit seiner Familie lebt der 53-Jährige in Sachsenheim bei Bietigheim-Bissingen.

 


Ranjo Döring

Ranjo Doering

Autor

Ranjo Doering arbeitet seit 2015 bei der Heilbronner Stimme. Nach seinem Volontariat und einem Jahr als Redakteur bei der Hohenloher Zeitung ist er seit 2018 im Kulturressort tätig. Seine Schwerpunkte sind Musik, Film, Theater und Kabarett.

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