Neuer Krimi "Schwaben-Donnerwetter" spielt auch in Heilbronn

Region  Im neuen Roman von Autor Klaus Wanninger ermittelt wieder das schwäbische Duo Steffen Braig und Katrin Neundorf. Ein Volksmusikstar wird in einer Dixi-Toilette entführt und die Spuren führen tief in die schwäbische Provinz.

Email
Neuer Krimi "Schwaben-Donnerwetter" spielt auch in Heilbronn. Fotos: privat

Klaus Wanninger ist normalerweise viel auf der Schiene unterwegs. Das Zugabteil ist für den 67-Jährigen ein Rückzugsort, um in Ruhe an seinen Büchern zu feilen. "In Corona-Zeiten fahre ich deutlich weniger. Mir kommt es trotzdem so vor, als sei der Zug im Moment einer der sichersten Orte. Die Leute nehmen dort mehr Rücksicht als beispielsweise beim Einkaufen", sagt der Autor, der in der Nähe von Backnang lebt, und mit "Schwaben-Donnerwetter" seinen 21. Krimi mit dem Ermittlerduo Steffen Braig und Katrin Neundorf veröffentlicht hat.

Vor Corona-Zeiten geschrieben 

Seinen neuen Roman sieht Wanninger als Möglichkeit zur Ablenkung in einer "schwierigen Zeit". "Es ist kein politisch-nachdenkliches Buch, sondern eher ein Sommerspaß", so der Autor, der den Krimi vor Corona-Zeiten geschrieben hat. Ablenkung ist es für Wanninger aber auch mit Blick auf die fortschreitende Klimaveränderung und kontroverse Politik-Akteure wie Putin, Trump und Bolsonaro.

Wanninger hat die Handlungsorte mehmals besucht

Neuer Krimi "Schwaben-Donnerwetter" spielt auch in Heilbronn
In seinem neuen Roman, spielt Wanninger mit schwäbischen Klischees und jeder Menge Situationskomik.

Die beiden schwäbischen Ermittler müssen dieses Mal mit einem Kommissar aus Berlin zusammenarbeiten, der bezüglich des Südwestens mit einigen Vorurteilen behaftet ist. Der Fall? Kurz vor dem Auftritt bei den von der Landesregierung initiierten Heimattagen Schwaben wird ein populärer Volksmusiksänger von einem Unbekannten in einer mobilen Dixi-Toilette entführt. Ein einfacher Streich oder doch ein von langer Hand geplanter Sabotageakt?

Die Spurensuche führt das Trio nicht nur in den fiktiven Ort Schlüpfingen, nach Heilbronn und Esslingen, sondern auch tief hinein in die schwäbische Provinz. Wie immer bei seiner Recherche hat Wanninger die Handlungsorte mehrmals besucht - zu unterschiedlichen Jahreszeiten. "Im Winter herrscht eine ganz andere Atmosphäre als im Sommer."

Wanninger spielt mit schwäbischen Klischees 

Klaus Wanninger verarbeitet in seinem neuen Krimi viel Lokalkolorit, ihm gelingen erfrischende Dialoge mit jeder Menge Situationskomik. Dazu beleuchtet er den gerade für kleinere Dörfer oft geführten Kampf zwischen Traditionsbewahrung und modernem Ausbau.

"Mit Mundart kann man die Menschen schnell in eine andere Welt versetzen", sagt Wanninger, der im Roman mit einigen schwäbischen Klischees spielt. Dabei ist er eigentlich Badener, am 1. März 1953 wird er in Karlsruhe als Ernst Wanninger geboren. Für seine Veröffentlichungen benutzt er das Pseudonym. "Ich lebe seit über 40 Jahren in Schwaben und habe die ersten sieben Jahre auf einem Bauernhof mit zwei Ur-Schwäbinnen verbracht. Das war prägend. Ich bin somit eigentlich ein besserer Schwabenkenner als viele Schwaben selbst", sagt Wanninger mit Augenzwinkern.

Romane, Sachbücher und Reiseführer 

An der Universität in Heidelberg hat Wanninger Evangelische Theologie und Geographie studiert, bis vor vier Jahren arbeitete er als Religionslehrer an einem Gymnasium in Backnang. Neben Romanen schreibt Wanninger auch Sachbücher und Reiseführer. Einige seiner Bücher erschienen beim ehemaligen Heilbronner Eugen Salzer-Verlag, der 1999 seine Tätigkeit beendete.

Eine besondere Lesetour, die von Stuttgart nach Heilbronn führen sollte, fällt wegen Corona ins Wasser. Für den passionierten Bahnfahrer gleich doppelt bedauerlich, denn Wanninger hatte diese Lese-Fahrt im "Roten Flitzer" geplant, einer historischen Schienenbusgarnitur aus den 50er und 60er Jahren.


Buchtipp

Klaus Wanninger : "Schwaben-Donnerwetter". KBV Verlag, Hillesheim, 328 Seiten, 13 Euro.


 


Ranjo Döring

Ranjo Doering

Autor

Ranjo Doering arbeitet seit 2015 bei der Heilbronner Stimme. Nach seinem Volontariat und einem Jahr als Redakteur bei der Hohenloher Zeitung ist er seit 2018 im Kulturressort tätig. Seine Schwerpunkte sind Musik, Film, Theater und Kabarett.

Kommentar hinzufügen