Metal-Band mit ungewöhnlichem Konzept

Nordhausen/Deggendorf  Maahes spielen Black Metal und verwenden dabei Elemente aus der ägyptischen Mythologie. Im September veröffentlicht die junge Combo auf Black Sunset/MDD Records ihr vielversprechendes Debüt-Album.

Email

Horus, Thot, Osiris, Anubis - die Musiker von Maahes haben sich allesamt Pseudonyme von Göttern aus der Zeit des alten Ägyptens (4000 vor Christus bis 395 nach Christus) gegeben. Foto: privat

Schon jetzt freut sich Markus Rösner auf den 18. September - an diesem Datum feiert der Chef von Black Sunset/MDD Records seinen 46. Geburtstag. Außerdem erscheint am selben Tag der erste Langspieler von Maahes. "Reincarnation", so der Titel des neun Tracks starken Albums, ist für Rösner ein Highlight des Metal-Jahres 2020. "Die junge Band aus Deggendorf hat mich sofort überzeugt", betont der Nordhausener. "Maahes spielen brachialen und doch filigranen Black Metal und garnieren das Ganze mit einem ungewöhnlichen Konzept."

Im Mittelpunkt steht dabei das alte Ägypten. Wie kam es dazu? Frontmann Christian "Horus" Mandl (22) klärt auf: "Wir möchten uns von anderen Bands abheben." Also habe man sich mit diversen Mythologien beschäftigt und sei letzten Endes bei der ägyptischen hängengeblieben. "Außerdem hat uns der Name Maahes so gut gefallen, dass die Marschrichtung schnell klar war."

Oldschool-Touch

Gegründet wurde die Kapelle 2015, ein Jahr später erblickte die EP "Ancient Force" das Licht der Welt. Kurios: Ihr erstes Full-Length-Album hat die Band bereits 2017 eingespielt, war dann aber mit der zu sterilen Produktion nicht einverstanden. Also hat man die komplett fertige Platte kurzerhand über Bord geworfen und alles nochmal neu aufgenommen - einerseits im Homestudio, andererseits unter der Obhut von Florian Dammasch (Nightside Audio, Solingen), der auch für Mix und Mastering verantwortlich zeichnet. "Und dieses Mal ist der Sound genau so, wie wir uns das vorgestellt haben", sagt der sichtlich zufriedene Christian Mandl.

Sprich: Die Mühe hat sich gelohnt. Die teils rasend schnellen Songs knallen dynamisch aus den Boxen und haben einen erdigen, oldschooligen Touch. Wer Combos wie Immortal, Dissection und alte Dimmu Borgir mag, darf sich angesprochen fühlen.

Kontakt

www.maahes.de 
www.mdd-records.de

Ragnarök-Festival

Ein erster Achtungserfolg für Maahes war der Auftritt beim Ragnarök-Festival 2018 im bayerischen Lichtenfels. Dort standen die Jungs mit Szenegrößen wie Enslaved, Dark Tranquillity oder Rotting Christ auf der Bühne und konnten ihr auch optisch eigenwilliges Konzept einem größeren Publikum präsentieren. Christian Mandl: "Live ist es uns wichtig, eine tiefe, packende Atmosphäre zu schaffen."

Um dies zu erreichen, kommen vornehmlich dunkle Blau- und Rottöne zum Einsatz, außerdem arbeitet die Band mit entsprechenden Deko-Elementen, Symbolen und Masken. Auch textlich wird das Ägypten-Konzept umgesetzt - so erzählt "Reincarnation" die Geschichte eines Protagonisten, der aus der altägyptischen Unterwelt flieht, um nach vielen Entbehrungen am Ende erfolgreich wieder aufzuerstehen.

Künstlerische Freiheit

Mit dem Label Black Sunset/MDD Records haben die deutschen Black Metaller jetzt eine zu hundert Prozent passende Heimat gefunden, denn Inhaber Markus Rösner ist bekannt dafür, Bands unterschiedlichster Stilrichtungen unter Vertrag zu nehmen und sie nicht in ihrer künstlerischen Freiheit einzuschränken. Darum zeigt sich auch Christian Mandl rundum zufrieden - und freut sich auf den 18. September, wenn "Reincarnation" als CD und digital auf den Markt kommt.


Alexander Rülke

Alexander Rülke

Stv. Ressortleiter Leben und Freizeit

Alexander Rülke ist im Ressort Leben und Freizeit für die Sonderveröffentlichungen des Medienunternehmens zuständig. Dazu gehören unter anderem das Wochenendmagazin Freizeit sowie die Autostimme. Der gebürtige Heilbronner interessiert sich für alle Neuigkeiten auf vier Rädern und ist in der Redaktion zudem Ansprechpartner für Themen rund um Heavy Metal.

Kommentar hinzufügen