Hobby-Autor schreibt Mystery-Thriller über Meerjungfrauen

Schwäbisch Hall/Waiblingen  Mit "Nixen - Sie kommen aus der Tiefe" erscheint am 1. August der Debüt-Roman des 41-jährigen Redakteurs. Mathias Schwappach ist sich sicher, dass Meerjungfrauen ein neuer Trend werden, ähnlich wie Einhörner.

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Drei Jahre hat Mathias Schwappach an seinem Debüt-Roman gearbeitet. Die Idee zum Buch kam ihm durch den vierten Teil der Fantasy-Filmreihe "Fluch der Karibik".

Foto: Ranjo Doering

An den Auslöser kann sich Mathias Schwappach noch genau erinnern. Eine Szene im vierten Teil der Fantasy-Filmreihe "Fluch der Karibik" lässt ihn nicht mehr los. In "Fremde Gezeiten" kommt eine Gruppe Piraten, eng zusammensitzend in einem Beiboot, in Kontakt mit mehreren, attraktiven Meerjungfrauen. Werden den Männern zunächst verführerisch Avancen gemacht, werden sie im nächsten Moment zerstörerisch wie von Piranhas ins Unglück gestürzt.

"Diese Szene fand ich spitze. Das war himmelschreiend gut gemacht. Sie haben im Film wunderbar die Balance zwischen Monster und Anziehung gefunden", sagt der 41-Jährige, den der Filmausschnitt zu seinem Debüt-Roman "Nixen - Sie kommen aus der Tiefe" inspiriert hat. Am 1. August wird der Mystery-Thriller veröffentlicht. "Mystery fasziniert mich schon sehr lange", sagt Schwappach, der als Redakteur arbeitet und mehrere Jahre in Schwäbisch Hall tätig war.

Die Handlung des Buchs spielt im Hier und Jetzt

Für seinen ersten Roman hat der Hobby-Autor ausgiebig recherchiert, sich mit den Sirenen aus Homers Epos "Odyssee" ebenso beschäftigt wie mit Hans Christian Andersens "Die kleine Meerjungfrau".

"Ich habe nur einen Mystery-Thriller mit Meerjungfrauen gefunden", sagt er und und sieht mit seinem Debüt eine Nische gefüllt. "Mir war es wichtig, keine Fantasiewelt zu erschaffen. Die Handlung soll im Hier und Jetzt spielen und plausibel sein", so Schwappach.

Buchtipp: Mathias Schwappach: Nixen - Sie kommen aus der Tiefe. Südwestbuch-Verlag. Waiblingen. 400 Seiten, 15 Euro.

Worum es im Buch geht? Die siebzehnjährige Maya wird abrupt aus ihrem Alltag gerissen. Nach einem unheimlichen Ereignis in einem amerikanischen Erlebnispark ergreifen fremdartige Gefühle Besitz von ihr. Diese verstärken sich, als sie mit ihrer Junioren-Mannschaft zur Schwimm-Meisterschaft in die australische Stadt Darwin fliegt. Ihr Körper beginnt sich zu verändern und es kommt zu bizarren Unfällen sowie beängstigenden Übergriffen. Mit einem skrupellosen Manager, einer geheimen unterirdischen Station und dem amerikanischen Auslandsgeheimdienst CIA spitzt sich die Situation zu.

"Es ist eine Mischung aus Mystery, Agententhriller und Coming-of-Age-Drama", fasst Schwappach die Handlungsstränge zusammen. Die Faszination an Meerjungfrauen und Nixen? "Ähnlich wie bei Vampiren spielt da eine erotische Komponente mit rein", sagt Schwappach auch mit Blick auf den Seefahrer-Mythos. "Die Männer waren damals wochen- oder monatelang auf dem Meer, ohne eine Frau zu sehen, haben deshalb schon teilweise halluziniert."

Mathias Schwappach erwartetet einen Meerjungfrauen-Trend

Der gebürtige Stuttgarter ist sich sicher, dass Meerjungfrauen und Nixen ein zukünftiger Trend werden, ähnlich wie Einhörner. "Es gibt in vielen Bädern schon Meerjungfrauen-Schwimmkurse. Auch bei Instagram und Facebook begegnet einem das Thema immer wieder", sagt der Vater einer Tochter, der mit seiner Familie in Waiblingen lebt. Auch durch die für kommendes Jahr geplante Real-Verfilmung von Disneys "Arielle, die Meerjungfrau" erwartet der Autor einen Popularitätsschub.

Für seinen ersten Roman hat sich Schwappach Zeit gelassen. Drei Jahre schreibt er an seinem Debüt, ein Jahr vergeht, bis er einen passenden Verlag findet. "Wenn ich etwas veröffentliche, soll es Hand und Fuß haben."

Seiner Liebe für mystische Stoffe geht Schwappach schon in Schulzeiten in der Theater-AG nach, während seines Studiums (Anglistik und Germanistik) veröffentlicht er zwei eigene Theaterstücke: "Dracula on Stage" und "Das Phantom von London", angelehnt an den berühmten Serienmörder Jack the Ripper. "Diese beiden Inszenierungen wurden von zahlreichen Schultheatern in ganz Deutschland übernommen. Sogar in Hasselüne in der Nähe von Osnabrück wurde es aufgeführt", erinnert sich Schwappach und lacht. Ob er eine Fortzsetzung seiner Nixen-Geschichte plant? "Das hängt vom Erfolg des ersten Teils ab."

 


Ranjo Döring

Ranjo Doering

Autor

Ranjo Doering arbeitet seit 2015 bei der Heilbronner Stimme. Nach seinem Volontariat und einem Jahr als Redakteur bei der Hohenloher Zeitung ist er seit 2018 im Kulturressort tätig. Seine Schwerpunkte sind Musik, Film, Theater und Kabarett.

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