Ewige Songs im neuen Gewand

Heilbronn  Simone von Racknitz-Luick und Gerhard Knoppek spielen bei "Heilbronn ist Kult" im Deutschhof.

Von Uwe Deecke
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Gefühlvolle Stimme: Simone von Racknitz-Luick im Deutschhof.

Foto: Uwe Deecke

Leonard Cohen hat sie schon ein Programm gewidmet und mit "Sundance" steht bald ein neues Projekt mit Liedern voller Gefühle und Romantik an. Bei "Heilbronn ist Kult" konnte man am Samstagabend die ganze Bandbreite der Heinsheimer Sängerin und Moderatorin Simone von Racknitz-Luick hören - Songs von den Beatles bis zu Prince und Elton John, alles unter dem Titel "Simply the Best".

Von den Beatles bis zu Roger Cicero

Der Deutschhof ist gut besucht, als die beiden seit Jahren eingespielten Künstler von Racknitz-Luick und Gerhard Knoppek auf die Bühne kommen. Nein, Tina Turner werde es nicht geben, dafür Musik, die alle nötig haben in diesen Zeiten, beginnt die Sängerin ihren Auftritt. Mit dabei ist Multiinstrumentalist Gerhard Knoppek, der an der Gitarre, am Piano und einmal auch am Akkordeon spielt und damit die kleine Big Band an ihrer Seite ist. Doch Big-Band-Sound liegt ihr freilich fern. "Let it be" der Beatles zeigt am Anfang, wo die Reise hingeht: mit druckvoller Stimme und wenig Begleitung zur Gänsehaut.

Wo die zierliche Sängerin das Volumen hernimmt, bleibt ihr Geheimnis. In jedem Fall beherrscht sie viele Oktaven, das hört man auch bei "Careless Whisper" von George Michael, einem der vielen Verstorbenen, denen an diesem Abend musikalisch gedacht wird. Es sind Songs aus alten Zeiten, angefangen bei den 60er Jahren, die mit viel eigenem Anstrich interpretiert werden und den Geschmack der Zuschauer treffen. Und wenn es einmal gar zu alt wird, wie bei "Fly Me to the Moon", hängt von Racknitz noch die deutsche Version von Roger Cicero dran, was den Swing in ungeahnte Höhen treibt.

Solo auf dem Akkordeon

Nach der Pause hat Gerhard Knoppek sein Solo mit "Moonflower" von Carlos Santana, das er aufs Akkordeon reduziert. Und mit dem Mond geht es weiter: "Moondance" singt die Heinsheimerin so verrucht, wie man es noch nie gehört hat. Doch dann ist sie auch wieder in der Spur, bei gefühlvollen Songs um Liebe und Leidenschaft und den ewigen Liedern großer Singer und Songwriter, die es ihr angetan haben. Musikalisch kennt das keine Grenzen und reicht von John Denver bis Prince, denen dazu die richtigen Zeilen eingefallen sind.

Die zwei Künstler kommen dabei auf der Bühne ganz schön ins Schwitzen, wie von Racknitz zwischendurch gesteht, doch ihr kunterbuntes Programm ziehen beide routiniert bis zum "vorläufig letzten Lied des Abends" durch. Nach "Hey Jude" - mitsummen ist nicht nur erlaubt, sondern erbeten - ist natürlich noch nicht Schluss, und es gibt eine Zugabe. "One" von Bono spielen sie zur Begeisterung des Publikums und als stimmigen Abschluss im nächtlichen Deutschhof.


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