Rapper Crash Bundy hat eine neue EP veröffentlicht

Abstatt  "The Greatest Showman" heißt die neue CD des Hip-Hoppers, der eigentlich Alexander Anger heißt. Der 30-Jährige über schwierige Zeiten und eine Deutsche Meisterschaft. Außerdem verrät er, wie er zu seinem Künstlernamen kam.

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Als Crash Bundy hat der Rapper schon vier Mixtapes und zwei EPs herausgebracht.

Nein, 2012 war kein einfaches Jahr für Alexander Anger. Ein entzündeter Abszess im Hals sorgte dafür, dass er sich einer Notoperation unterziehen musste. Drei Tage lag er im künstlichen Koma, ein Stimmband wurde bei dem Eingriff angekratzt, "ich konnte nicht mehr richtig sprechen", sagt Anger, der sich daraufhin ein Dreivierteljahr einer Stimmtherapie unterziehen musste.

"Es war ein heftiges Jahr. Ich dachte damals nicht, dass ich nochmal Musik machen kann", sagt der 30-Jährige, der sich als Hip-Hop-Künstler Crash Bundy nennt. "Umso schöner war es, dann doch wieder angreifen."

Ernste Inhalte, aber vor allem Entertainment

Am Freitag hat der Hip-Hopper seine neue EP "The Greatest Showman" veröffentlicht. Fünf Rap-Songs mit jeder Menge (Wort-)Witz, die aber auch ernste Inhalte transportieren. Auf dem Cover seiner neuen CD gibt sich Anger als würdevoller Zirkusdirektor, angelehnt an den erfolgreichen Musicalfilm "The Greatest Showman" (2017) mit Hollywoodstar Hugh Jackman. "Ich versuche, mit meiner Musik auch immer Entertainment zu bieten", erklärt der Rapper.

Alexander Anger wird in Öhringen geboren und wächst in Neuenstein auf. Inzwischen lebt er in Abstatt. 2005 greift er das erste Mal zum Mikrofon. "Im ländlichen Raum ist es als junger Künstler besonders schwer Fuß zu fassen", sagt Anger mit Blick auf die ersten Auftritte in diversen Jugendzentren in Hohenlohe. "Da es dort keine richtige Rap-Szene gibt, zieht es einen doch eher in Richtung Stuttgart. Da ist einfach mehr los." Streaming-Portale gab es in den Anfangszeiten noch nicht, damals versuchte man sich in Online-Foren überregional einen Namen zu machen.

 

Crash Bundy gewinnt in Köln eine Deutsche Meisterschaft

Die Hip-Hop-Musik beeinflusst Anger, seit er elf Jahre alt ist. Die Hamburger Rap-Szene mit Leuten wie Samy Deluxe, "die hat mich stark geprägt", sagt Anger, der in den Folgejahren viel unterwegs ist, an zahlreichen Wettbewerben teilnimmt. Mehrfach gewinnt er den Rapkessel Freestyle-Battle in Stuttgart, 2015 wird er Deutscher Freestyle-Meister in Köln. 16 Künstler aus ganz Deutschland treten dort jedes Jahr im Finale gegeneinander an.

"Als Eins gegen Eins auf der Bühne" beschreibt Anger das Prozedere. "Es ist ein Schlagabtausch. Es geht darum, wer sich mit Raps besser darstellt und im Gegenzug den anderen schlecht aussehen lässt. Am besten natürlich mit viel Wortwitz und wenig billigen Beleidigungen." Für Anger ist der so genannte Freestyle-Battle "die Königsdisziplin". "Man hat wenig Zeit, um sich auf das Gegenüber einzustellen. Es erfordert Spontanität und Schlagfertigkeit. Die Leute merken, das kommt alles frei improvisiert aus dem Kopf."

Vier Mixtapes und zwei EPs hat der 30-Jährige, der hauptberuflich als Disponent bei einem Automobilzulieferer in Pfedelbach arbeitet, bislang veröffentlicht, dazu kommen Musikvideos. "Ich versuche meinen eigenen Stil zu entwickeln."

Auch ein Rapper wird älter

"Ich glaube die neuen Songs sind ein wenig ernster, reifer und nachdenklicher geworden", sagt Anger über die fünf Songs auf "The Greatest Showman". "Das Älterwerden wirkt sich immer auch ein wenig auf die Musik aus." Sein Mixtape "Weiber, Weed & Trockenfleisch", das er 2017 veröffentlichte, sieht Anger heute schon mit ein wenig Abstand, "Es war vielleicht frecher, mit mehr jugendlichem Leichtsinn." Was sich durch seine Musik zieht, sind die hip-hop-typischen Themen wie Frauen und Drogen. "Da kommt man nicht drumherum. Das gehört irgendwie dazu", sagt Anger und lacht. "Aber bei mir nie auf einer plumpen Ebene."

Der Rapper Crash Bundy aus Abstatt hat eine neue EP veröffentlicht
Alexander Anger steht seit 2005 als Musiker auf der Bühne.

Und was unterscheidet den Menschen Alexander Anger von seiner Bühnenfigur Crash Bundy? "Alexander Anger ist ruhiger und oft auch in sich gekehrt. Bundy kehrt alles nach außen. Das ist ein wenig wie bei Dr. Jekyll & Mr Hyde."

Sein Künstlername ist eine Mischung aus Videospiel und Serienmörder

Zu Beginn trat Alexander Anger nur unter dem Künstlernamen Crash auf, angelehnt an das Videospiel "Crash Bandicoot". "Das Spiel hatte in meiner Kindheit einen besonderen Stellenwert", sagt der 30-Jährige. Das Anhängsel Bundy kam durch die Aussage eines Freundes nach einem Freestyle-Battle dazu. Es bezieht sich auf den bekannten US-amerikanischen Serienmörder Ted Bundy. Was damit gemeint ist? "Es geht darum, auszuteilen, aber sich gleichzeitig auch gut verteidigen zu können."


Ranjo Döring

Ranjo Doering

Autor

Ranjo Doering arbeitet seit 2015 bei der Heilbronner Stimme. Nach seinem Volontariat und einem Jahr als Redakteur bei der Hohenloher Zeitung ist er seit 2018 im Kulturressort tätig. Seine Schwerpunkte sind Musik, Film, Theater und Kabarett.

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