Das 28. Trickfilm-Festival in Stuttgart startet am Dienstag in einer Online-Version

Stuttgart  Animierte Filme aus der ganzen Welt sind vom 4. bis zum 9. Mai per Live-Stream zu sehen. Neben frei zugänglichen Formaten gibt es auch einen kostenpflichtigen Bereich des Programms. Wir haben alles Wichtige rund um das Festival zusammengefasst.

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Der Film "Affairs Of The Art" startet im Internationalen Wettbewerb.

Foto: ITFS

Lange hatten die Organisatoren auf ein Hybrid-Festival gehofft, also auf eine Aufteilung in Online- und Präsenzveranstaltungen. Doch Corona und die weiter hohen Inzidenzzahlen machten den Planungen wieder einen Strich durch die Rechnung. Nun findet die 28. Ausgabe des Internationalen Trickfilm-Festivals Stuttgart (ITFS) wie schon 2020 ausschließlich online statt, vom 4. bis zum 9. Mai.

"Wir bedauern es wirklich sehr, auch in diesem Jahr nicht vor Ort präsent zu sein", betont Ulrich Wegenast, Künstlerischer Geschäftsführer des ITFS, bei einer Zoom-Onlinepressekonferenz.

Gegründet 1982, gehört das Internationale Trickfilm-Festival Stuttgart (ITFS) zu den bedeutendsten Events im Bereich des Animationsfilms. Es startete im Zweijahresrhythmus, 2005 wurde aufgrund höherer Fördermittel beschlossen, das Festival jährlich zu organisieren.

Auch 2021 möchte das Festival, die größte Veranstaltung dieser Art in Deutschland, die Bandbreite des aktuellen Animationsfilmschaffens mit Schnittstellen zu Visual Effects, Architektur, Kunst, Design, Videospielen und Musik abbilden.

Fast 2000 Filme und Videospiele wurden eingereicht. Der kostenlose Live-Stream bringt das Festival als Ersatz zum Schlossplatz-Open-Air zu den Zuschauern nach Hause. Auf der Plattform OnlineFestival.ITFS.de werden im Festivalzeitraum täglich von 14 bis 22 Uhr Kurzfilme und Live-Interviews gezeigt. Angebote für Familien, Kinder und Film-Interessierte ergänzen das frei zugängliche und kostenfreie Programm.

Mit dem kostenpflichtigen Zugang Online+ (ab 19,99 Euro), der bereits vom 3. und dann bis zum 16. Mai verfügbar ist, können dann über 200 Filme in der Mediathek, darunter auch die Wettbewerbsfilme aus aller Welt und das Rahmenprogramm als Video On Demand, gesehen werden. Persönliche Statements von Filmemachern geben Einblicke in die Ideen und Entstehungsgeschichten der Filme. "Das Online-Programm ist in diesem Jahr noch größer, weil wir mehr Zeit für die Vorbereitungen hatten", sagt Dieter Krauß, Kaufmännischer Geschäftsführer des ITFS.

Im Programm sind auch zwei Oscar-nominierte Filme

Zwei Filme aus dem diesjährigen Programm waren 2021 sogar für einen Oscar nominiert: "Yes-People" von Gísli Darri Halldórsson in der Kategorie Animated Short Film und "Wolfwalkers" von Tomm Moore und Ross Stewart als Langfilm. Das diesjährige Motto lautet Creating*Diversity. Damit will das Festival nicht nur die Vielfalt der Kunstformen betonen, den Begriff der Diversität nicht nur auf Geschlecht und Sexualität beschränken, sondern ihn als Vielfalt in allen Dimensionen begreifen - sei es in ökologischer und ökonomischer, sozialer und ästhetischer Hinsicht.

Das 28. Trickfilm-Festival in Stuttgart startet am Dienstag in einer Online-Version
Der Film "Have a nice dog" ist auch dabei. Foto: ITFS

Wegenast und Krauß blicken positiv auf die zweite reine Online-Ausgabe und hoffen auf eine neue Art von Festival-Flair - wie im Vorjahr. "Wir haben festgestellt, dass wir durch das Online-Festival Menschen erreichen können, die bisher nicht zum Festival kommen konnten, sei es aufgrund der Entfernung, finanziellen oder sonstigen Barrieren", sagt Wegenast, betont aber auch: "Uns fehlen aber auch die direkten Begegnungen mit den Fans, Filmemacherinnen und Filmemachern und dem Publikum."

 

 

Ranjo Döring

Ranjo Doering

Autor

Ranjo Doering arbeitet seit 2015 bei der Heilbronner Stimme. Nach seinem Volontariat und einem Jahr als Redakteur bei der Hohenloher Zeitung ist er seit 2018 im Kulturressort tätig. Seine Schwerpunkte sind Musik, Film, Theater und Kabarett.

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