"Antisemitismus bekämpft man nicht mit wohlwollenden Stellungnahmen"

"Antisemitismus bekämpft man nicht mit wohlwollenden Stellungnahmen"
Er prägte den Begriff "Kollektivscham": Theodor Heuss bei der Vereidung zum ersten Bundespräsidenten der Bundesrepublik Deutschland, 12. September 1949. Foto: dpa   Bild: dpa

Interview  Der Tübinger Theologe Karl-Josef Kuschel über Theodor Heuss und dessen Feldzüge gegen das Vergessen: Online-Lesung im Literaturhaus Heilbronn kommenden Mittwoch. Der gebürtige Brackenheimer Heuss und erste Präsident der Bundesrepublik Deutschland prägte den Begriff der "Kollektivscham".

Von Claudia Ihlefeld

Antisemitische Hetze und Gewalt in Deutschland nehmen zu. Als einer der ersten Nachkriegspolitiker bekämpfte Theodor Heuss entschieden antisemitisches Gedankengut, wie Karl-Josef Kuschel in seiner Studie "Antisemitismus und Deutsche Demokratie" darlegt. Im Interview spricht der Tübinger Theologe über Heuss' Feldzüge gegen das Vergessen, das Versagen der Kirche und weitere Tabubrüche.   "Der Antisemitismus in Deutschland zeigt wieder offen seine Fratze", warnte Frank-Walter Steinmeier