Als die Backstreet Boys und die Toten Hosen in Heilbronn spielten

Heilbronn  Viele Weltstars haben über die Jahrzehnte Konzerte in Heilbronn gegeben. Ob Wertwiesen, Franken- oder Eisstadion: In der konzertfreien Coronazeit blicken wir auf einige besondere Auftritte zurück.

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Das Phänomen der Boygroups gab es schon, bevor man wirklich einen Namen dafür hatte. Die erste Gruppe, die einen wahren Gefühlsrausch bei jugendlichen und meist weiblichen Fans auslöste, waren die Beatles in den 60er Jahren. Kreischende Mädchen, die tagelang ausharrten, um ihre Idole aus der Nähe zu sehen und die besten Plätze genau vor der Bühne zu ergattern - in den 90er Jahren wurden diese Bilder Normalität.

Auch in Heilbronn konnte man das Boyband-Fieber erleben, beispielsweise bei den Auftritten der Backstreet Boys. Im September 1997 spielten die US-Amerikaner ein Konzert vor rund 20.000 Besuchern im Frankenstadion, rund ein Viertel wollten das Quintett ein Jahr zuvor im Eisstadion sehen.

Die Backstreet Boys spielten gleich zwei Mal in Heilbronn

Die konzertfreie Corona-Zeit ist Anlass, um einen Blick in die Vergangenheit zu werfen. Das Archiv der Heilbronner Stimme ist eine unerschöpfliche Fundgrube und dokumentiert die oftmals vergessenen Auftritte zahlreicher Weltstars in Heilbronn. Im zweiten und letzten Teil unserer Serie möchten wir bei einem Streifzug an einige besondere Konzerte aus der jüngeren Vergangenheit erinnern, ohne Anspruch auf Vollständigkeit.

Online-Konzerte in der konzertfreien Zeit

Auch Musiker aus der Region trifft die Corona-Krise hart. Für Stimme.de haben einige von ihnen Online-Konzerte gespielt. Hier können Sie reinhören.

Nicht weniger Hysterie als die Backstreet Boys löste der Auftritt der Kelly Family im Jahr 1996 aus. 20.000 Fans kamen ins Frankenstadion, einige treuen Anhänger hatten die Nächte davor schon vor dem Eingang campiert. Die Kellys kehrten 2019 beim Open-Air im Wertwiesenpark zurück nach Heilbronn und spielten ein Konzert vor 5000 Zuschauern.

Knapp 6500 Klassikfans kamen im Juli 2001 auf ihre Kosten, als Violinist André Rieu im Frankenstadion die gewohnte Melange aus Walzer, Polka und einem Schuss Operettenseligkeit bot, Montserrat Caballé war 1999 in den Heilbronner Wertwiesen vor 2900 Besuchern zu Gast.

Die Auftritte von Pink und den Toten Hosen sorgten für Verkehrschaos

Ausnahmezustand in Heilbronn herrschte bei den Auftritten von Pink und den Toten Hosen im Frankenstadion. Die US-amerikanische Sängerin lieferte im Juni 2010 eine atemberaubende Musik- und Akrobatikshow vor 24.000 Besuchern. Der Auftritt sorgte anschließend auch für Verkehrschaos rund um das Stadion.

Nicht weniger chaotisch ging es beim Konzert der Rockband Die Toten Hosen im Juni 2013 zu, mit das größte Event, das Heilbronn je gesehen hat. Zwei Rangierloks stießen zusammen, geplante Sonderzüge konnten nicht wie geplant fahren, am Bahnhof machten sich Gedränge und Unmut breit. Trotzdem überzeugten die Hosen vor 25 000 Fans bei ihrem zweistündigen Konzert mit Songs wie "Tage wie diese", "Bonnie & Clyde", "Alles aus Liebe" und "Paradies."

Das Konzert von Elton John, der 2013 im Frankenstadion auftreten sollte, wurde aus "logistischen und technischen Komplikationen" abgesagt, wie der Veranstalter mitteilte. Aufgetreten sind in Heilbronn dafür aber die Schürzenjäger im Frankenstadion vor 8500 Fans (1998), Simply Red (2006) vor 3500 Besuchern im Wertwiesenpark und Rockmusiker Peter Maffay vor 10.000 Fans im Frankenstadion (2002).

 

 

 


Ranjo Döring

Ranjo Doering

Autor

Ranjo Doering arbeitet seit 2015 bei der Heilbronner Stimme. Nach seinem Volontariat und einem Jahr als Redakteur bei der Hohenloher Zeitung ist er seit 2018 im Kulturressort tätig. Seine Schwerpunkte sind Musik, Film, Theater und Kabarett.

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