"Sonnenstrahl für Heilbronn" - Niederländer erhält Lichtkunstpreis

Heilbronn  Dass der Heilbronner Wartberg nachts leuchtet, ist nicht neu. Seit 2002 erstrahlt die 15 Meter lange Lichtskulptur des Niederländers Jan van Munster. Nun erhält der Künstler den Deutschen Lichtkunstpreis.

Von Claudia Ihlefeld

Niederländer Jan van Munster erhält Deutschen Lichtkunstpreis: Sein "Sonnenstrahl für Heilbronn" ist das höchst gelegene Kusntwerk der Stadt. Sein "Sonnenstrahl für Heilbronn" glänzt auf dem Wartbergturm rot-weiß-blau in den Farben der Stadt

Kühl-blau leuchtet van Munsters "Sonnenstrahl für Heilbronn".

Foto: Archiv/Berger

 

Seit Juli 2002 leuchtet sein "Sonnenstrahl für Heilbronn" auf dem Wartbergturm. Die 15 Meter lange Lichtskulptur des Niederländers Jan van Munster ist damit das geographisch höchst gelegene Kunstwerk der Stadt.

Nun erhält van Munster den mit 10 000 Euro dotierten Deutschen Lichtkunstpreis 2020. Damit wird der 80-Jährige für sein Lebenswerk geehrt, so das Kunstmuseum Celle. Seit Ende der 60er Jahre ist van Munster in internationalen Ausstellungen präsent. Jan van Munsters Arbeiten setzten sich mit dem Phänomen Energie auseinander. Und befinden sich konsequenterweise häufig im öffentlichen Raum - wie der "Sonnenstrahl für Heilbronn".

Nachts fällt ein blaues Licht auf die Stadt

Ohne Licht kein Leben, keine Stadt, keine Kunst: Mit dem Einbruch der Dunkelheit entfaltet sich die Wirkung des "Sonnenstrahls" aus poliertem Edelstahl mit Schlitzen, aus denen zur Stadt hin elegantes, blaues Licht fällt und zur Autobahn hin kräftiges Neonrot.

Tagsüber fängt der Edelstahl das Licht auf und reflektiert es weiß-neutral. Wäre es damals nach Jan van Munster gegangen, würde am Wartberg eine Sonne mit einem Durchmesser von 35 Metern scheinen. Doch dafür fehlte das Geld.

Ein Wettbewerb im Auftrag der Städtischen Museen

30 000 Euro hatte der Gemeinderat für die Lichtskultur zugebilligt, 50 000 Euro flossen aus der Göbel-Stiftung. Wie es zu der Lichtskulptur kam? Galerist Manfred Rieker hatte im Auftrag der Städtischen Museen Heilbronn unter den Künstlern Heinz Mack, Werner Bauer und Jan van Munster einen Wettbewerb ausgeschrieben, den letzterer gewann.

Der von der Robert-Simon-Kunststiftung vergebene Deutsche Lichtkunstpreis wird seit 2014 alle zwei Jahre verliehen. Preisträger waren Lichtkunstpionier Otto Piene, der Düsseldorfer Mischa Kuball, der bereits in der Neuen Kunst im Hagenbucher in Heilbronn zu Gast war. Und die Österreicherin Brigitte Kowanz. Von ihr besitzt die Stadt Heilbronn Leuchtkästen, die einst in der Radiologie am Gesundbrunnen ausgestellt waren.

In der Geburtstadt von Robert Mayer, Erfinder des Energie-Erhaltungssatzes, scheint Lichtkunst ein Thema zu sein.

 

 

Lichtspektakel am Wartberg 

Mit Tausenden LED-Leuchten wurde im Dezember 2015 der Wartberg illuminiert, wie im folgenden Video zu sehen ist. Die Benefizaktion wurde vom DRK-Kreisverband und von der Zeag initiiert. 

 

 


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