Neuer Krimi "Schwaben-Teufel" spielt auch in Brackenheim

Region  Der Autor Klaus Wanninger hat mit "Schwaben-Teufel" seinen neuen Kriminalroman veröffentlicht. Wieder ermitteln die beiden Kommissare Braig und Neundorf - unter anderem zu Füßen des Hohenaspergs und in Brackenheim.

Von Ranjo Doering
Email
Neuer Krimi "Schwaben-Teufel" spielt auch in Brackenheim

Leidenschaftlicher Bahnfahrer: Autor Klaus Wanninger schreibt gerne auf Zugfahrten quer durch Deutschland. "Schwaben-Teufel" heißt sein neues Buch.

Foto: Veigel

Wie man als gebürtiger Karlsruher dazu kommt, Schwabenkrimis zu schreiben? Klaus Wanninger schmunzelt. "Das Referendariat hat mich nach dem Studium ins Schwäbische verschlagen. Ich muss mich bei vielen Lesungen, zum Beispiel auf der Schwäbischen Alb, immer ein wenig für meine badische Herkunft entschuldigen", sagt der 66-Jährige mit einem Augenzwinkern.

Mit "Schwaben-Teufel" hat der Autor, der in der Nähe von Backnang lebt, seinen 20. Krimi mit dem Ermittlerduo Steffen Braig und Katrin Neundorf veröffentlicht. Wanningers Schwaben-Krimis haben eine Gesamtauflage von mehr als 650.000 Exemplaren. Sein neues Buch spielt unter anderem in Brackenheim und in der Nähe von Ludwigsburg und beschäftigt sich mit dem Thema Verkehrs- und Landwirtschaftswende.

Worum es geht? Zu Füßen des Hohenaspergs, in dessen Kerker einst der despotische Württembergische Herzog seine Kritiker wegsperren ließ, werden die Kommissare Braig und Neundorf mit einer unbekannten Leiche konfrontiert. Der Fundort befindet sich direkt vor dem Hof eines Landwirts, der als Querulant bekannt ist. Am Vorabend hatte der Mann in einer TV-Diskussion heftigen Streit mit einem Bauunternehmer, der seitdem verschwunden ist. Im Laufe ihrer Ermittlungen geraten die Kommissare - mit jeder Menge Lokalkolorit - in ein gefährliches Geflecht um Fahrverbote und skrupellose Lobbyisten. Schnell wird klar: Ein weiterer Mord scheint nicht ausgeschlossen.

Wichtig sind Klaus Wanninger sozialkritische Themen

In seinen Krimis setzt sich Klaus Wanninger mit sozialkritischen Themen auseinander, "die vom Mainstream nicht so richtig erfasst werden", sagt der Autor. "Ich habe schon gegen Massenmedien sowie Jugend- und Körperkult geschrieben." Ein weiteres Anliegen ist es, seinen Lesern die schwäbische Historie ein Stück näher zu bringen. "Oft wissen die Leute nicht, was hier früher passiert ist." Wanninger nimmt sich Zeit für seine Recherche, fährt die Schauplätze immer wieder ab - auch in verschiedenen Jahreszeiten. "Im Winter herrscht eine ganz andere Atmosphäre als im Sommer." Auch Heilbronn war schon Schauplatz eines seiner Krimis. "Der Götzenturm war sogar auf dem Buchtitel", sagt Wanninger.

Für seinen Protagonisten Kommissar Braig und zwei weitere Figuren hat sich der Autor Menschen aus seinem Umfeld als Vorlage genommen. "Der Charakter der Personen und der Alltag werden dadurch realistischer", sagt Wanninger, der unter einem Pseudonym schreibt und mit bürgerlichem Namen Ernst Wanninger heißt. Trotzdem: "Ich schreibe anders als die Realität, denn die ist oft ernüchternder, langweiliger und abschreckender."

Bei langen Bahnfahrten feilt der Autor an seinen Krimis

Wanninger lässt sich beim Gespräch Zeit, um zu antworten, reflektiert. Ein Smartphone besitzt der 66-Jährige nur für Notfälle, auch in sozialen Netzwerken ist er nicht aktiv. "Das ist für mich ein Gefühl von Freiheit." Dafür ist er leidenschaftlicher Bahnfahrer, hat aus Überzeugung keinen Führerschein. Im Jahr legt er mehr als 100 000 Kilometer auf Schienen zurück. "Mein Vater hat bei der Bahn gearbeitet, vielleicht liegt es daran", sagt er lachend. "Bahn fahren ist etwas Soziales, die Leute kommen zusammen. Das weltweite Autofahren ist ökologisches Harakiri." Das Zugabteil ist für Wanninger ein Rückzugsort, um an seinen Büchern zu feilen. "Manchmal fahre ich einfach so von Stuttgart nach Hamburg."

Auch nach rund 40 Jahren als Autor hat Wanninger noch neue Ideen für seine Krimis. "Die beiden folgenden Bücher habe ich immer schon im Kopf." Schwieriger wird es für den Autor bei der Frage, ob sein Herz eher für Baden oder Schwaben schlägt? "Ich bin Europäer", sagt Wanninger diplomatisch.


Wanningers Bücher bei ehemaligem Heilbronner Verlag veröffentlicht

Klaus Wanninger wurde am 1. März 1953 in Karlsruhe als Ernst Wanninger geboren. Für seine Veröffentlichungen benutzt er das Pseudonym. Wanninger studierte Evangelische Theologie und Geographie an der Universität Heidelberg und arbeitete bis vor drei Jahren als Religionslehrer an einem Gymnasium in Backnang. Er schreibt Romane, Sachbücher, Reiseführer und journalistische Arbeiten. Einige seiner Bücher erschienen beim ehemaligen Heilbronner Eugen Salzer-Verlag, der 1999 seine Tätigkeit beendete

Buchtipp: Klaus Wanninger: "Schwaben-Teufel". KBV Verlag, Hillesheim, 349 Seiten, 13 Euro.

 


Kommentar hinzufügen