Herzkino aus Cornwall: Heilbronnerin ist dabei

TV  Die gebürtige Heilbronnerin Thamara Barth spielt in einer "Rosamunde Pilcher"-Verfilmung mit - zu sehen am Sonntagabend um 20.15 Uhr im ZDF.

Von Claudia Ihlefeld

Herzkino aus Cornwall

Da scheint sich was anzubahnen: Jessica (Thamara Barth) und Leo (Florian Odendahl).

Foto: ZDF

 

Im Moment läuft es rund für Thamara Barth. TV-Produktionen wie die "Rosenheim-Cops" und internationale Kinodrehs mit Franco Nero und F. Murray Abraham stehen an. Im Februar wird in London "Anomalous" gedreht, dann spielt sie eine Ärztin, die einem Umweltskandal auf die Spur kommt.

Diesen Sonntag ist die gebürtige Heilbronnerin im ZDF in der Rosamunde-Pilcher-Verfilmung "Geerbtes Glück" zu sehen. Herzkino pur, gedreht in Cornwall, und, wie Barth meint, eine "charmante Abwechslung zum ,Tatort"". Die Story?

Eine junge Frau muss, als ihre Schwester und deren Ehemann bei einem Unfall verunglücken, die Verantwortung für ihr Patenkind übernehmen. Da tritt Thamara Barth in der Rolle von Jessica Mason auf den Plan, die Frau vom Amt, in die sich der fesche Protagonist verliebt.

In Oedheim aufgewachsen

Thamara Barth ist also gut im Geschäft. Es gibt aber auch "die flauen Zeiten, in denen man sich Fragen stellt". Wirklich Zweifel am Beruf der Schauspielerin hat sie nicht. 1974 geboren, aufgewachsen in Oedheim, wo die Eltern leben, hat sie auf Wunsch der Familie zuerst etwas "Ordentliches gelernt". Als sie mit 23 Jahren krank wird, kündigt Thamara Barth ihren Job als Sozialversicherungsfachangestellte bei der Barmer in Heilbronn − ohne einen sicheren Studienplatz an der Schauspielschule.

"No risk no fun", denkt sich die junge Frau, und bekommt eine Zusage sowohl von der Schauspielschule in München als auch in Hamburg. Als Süddeutsche entscheidet sie sich für Bayern, "seither ist München meine Stadt". Auch wenn sie wie jetzt an Weihnachten die Eltern in Oedheim besucht − ihre Zwillingsschwester aus Berlin ist auch gekommen und die ältere Schwester, die in Jagsthausen ein Keramikstudio betreibt −, beschreibt sich Thamara Barth als Großstadtmensch. Mit einer "Gier nach Leben".

Ihre Träume will sie sich "nicht ausreden lassen". Disziplin und Genuss sind dabei kein Widerspruch: Als es mit den Drehs in den vergangenen Jahren mau war, standen Körpertraining, Coachings, Spracherwerb, Bronzegießen und Schmuckdesign auf Barths Agenda.

Jetzt, an einem trüben Januarnachmittag, sitzt Thamara Barth in ihrem "Rollenstudiozimmer" im Haus in München, wo sie mit zwei Labradormischlingen und Gatte Herbert Jarczyk-Kalman, Chef einer Filmproduktions- und Eventfirma, lebt. Seit 19 Jahren sind sie ein Paar, Barth und der Adoptivsohn von Charles Kalman, dem leiblichen Sohn wiederum von Operettenkomponist Emmerich Kálmán. Eine illustre Verbindung, so ganz nach dem Geschmack von Thamara Barth, die von sich sagt, "ich habe nie Langeweile".

Barths Meinung zur #MeToo-Debatte

Was sie zu den Vorwürfen gegen Dieter Wedel sagt, mit dem sie in Nebenrollen bei den TV-Filmen "Papa und Mama", "Mein Freund Fritz" und "Gier" gearbeitet hat? "Bei mir hat er sich immer korrekt verhalten. Ich habe viel gelernt." Grundsätzlich findet sie die #MeToo-Debatte wichtig: "Wenn es Gewalt gegen Frauen und Männer gibt beziehungsweise gegeben hat, dann gibt es kein Tabu." Allerdings, schränkt Thamara Barth ein: "Dass man nach 20 Jahren und mehr etwas dazu sagt und behaupten kann, ohne Beweise nachliefern zu können, das stört mich."

Dass die Schauspielerei ein Beruf ist, der "das Innerste an Emotionen in den feinsten Nuancen abverlangt", steht für Barth außer Frage. "Wedel versteht es, bei Schauspielern emotionale Reaktionen vorzeigbar zu machen. Dabei kommt es sicherlich auch zu Verletzungen im Ton. Das steckt der eine besser weg, der andere weniger."

Auch, dass es in der Film- und Theaterbranche schwarze Schafe gibt, weiß Thamara Barth. "Das aber ist in allen Arbeitsbereichen, wo Vorgesetzte ihre Machtposition ausnutzen, der Fall − und das darf nicht sein. Gott sei dank ist das in meiner beruflichen Laufbahn noch nicht passiert."