Heilbronner Ehrenringträgerin und Kunstmäzenin wird 95

Heilbronn  Ruth Reinwald, der Motor der Vogelmann-Stiftung und der Christoph-Reinwald-Stiftung, feiert ihren 95. Geburtstag. Zwei historische Bildergalerien zeigen die Stiftungen im Laufe der Zeit.

Von Iris Baars-Werner
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„Ohne sie gäbe es weder die Kunsthalle Vogelmann, noch die Christoph-Reinwald-Stiftung. Und ohne ihren Charme hätte sich ein Künstler wie Thomas Schütte wohl niemals unserer Stadt genähert.“ Solch wertschätzende Worte findet Oberbürgermeister Harry Mergel über Ruth Reinwald. Da die Heilbronner Ehrenringträgerin an diesem Samstag ihren 95. Geburtstag feiert, wird die Kunstmäzenin am Wochenende  sicherlich weitere Würdigungen dieser Art zu hören bekommen. Zum Beispiel aus dem Mund von Marc Gundel: „Frau Reinwald ist die Lebensversicherung unserer Museen und der Kunsthalle Vogelmann,“ sagt der Heilbronner Museumsdirektor. 

Ruth Reinwald feiert 95. Geburtstag. Foto: privat

Über derlei wird Ruth Reinwald gewiss den Kopf schütteln, so wie es ihre Art ist, wenn sich an einem Tag wie diesem alles um sie dreht. Lieber verweist sie in solchen Momenten auf die zwei Stiftungen, deren Motor sie seit vielen  Jahren ist, auf deren Zweck und Ziel. Da ist zum einen die Ernst Franz Vogelmann-Stiftung, benannt nach ihrem 2003 verstorbenen Lebensgefährten, dem Unternehmer und großzügigen Förderer der Heilbronner Museumslandschaft. Die Vogelmann-Stiftung überließ dem Museum nicht nur ein Konvolut aus 300 Multiples von Joseph Beuys als Dauerleihgabe, sie gab zum Bau der Kunsthalle neben der Harmonie auch einen Zuschuss von einer Million Euro.

Und sie sorgt mit ihrem Skulpturenpreis dafür, dass sich der Name Heilbronns mit dem renommierter  Künstler verbindet, zuletzt zogen im Buga-Jahr Thomas Schüttes „One Man House“ auf der Inselspitze und die Skulptur „Wave“  von Richard Deacon am Neckar die Blicke von Besuchern und Bürgern auf sich. Außerdem sorgt Ruth Reinwald mit ihren Stiftungsräten dafür, dass Ernst Franz Vogelmanns Vermächtnis über Stipendien und Förderpreise auch der Hochschule Heilbronn und dem katholischen Bildungszentrum St. Kilian zugute kommt.

Ruth Reinwalds weiteres Herzensanliegen ist ihre eigene Stiftung, benannt nach ihrem früh verstorbenen Sohn Christoph Reinwald. Mit ihr fördert sie die Museumspädagogik in den städtischen Museen. Das Ziel ist so umschrieben: „Möglichst früh Mädchen und Jungen Kunst und Kultur als lebensbereichernde Kraft entdecken zu lassen und ihre persönlichen kreativen Fähigkeiten zu erproben.“

In den fast zweieinhalb Jahrzehnten des Bestehens der Christoph-Reinwald-Stiftung sind dadurch viele Tausend Kinder und Jugendliche mit Kunst in Kontakt gekommen, die ohne das Stiftungsengagement vermutlich nur schwer einen Zugang dazu gefunden hätten. So steht für Harry Mergel fest: „Ruth Reinwald ist für mich nicht nur eine Ikone des Heilbronner Kulturlebens, sondern auch eine der warmherzigsten und liebenswürdigsten Frauen, die ich in unserer Stadt kennenlernen durfte.“  

Ihr selbst waren Kunst und Kultur nicht in die Wiege gelegt. Doch die Gärtnersfrau war stets neugierig auf Neues, zupackend, mutig und optimistisch trotz mancher Schicksalsschläge. Ihre Disziplin und ihr Lebensmut haben Ruth Reinwald auch im zu Ende gehenden  Jahr geholfen, gesundheitliche Probleme zu bewältigen.  Auch deshalb sagt  Marc Gundel:  „Ich bewundere ihre Lebensleistung und Disziplin.“


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