Die Band Where The Wild Things Are feilt an ihrem ersten Album

Heilbronn  Die fünf Musiker mischen in ihren Songs Elemente aus Progressive, Blues und Rock. Benannt hat sich das Quintett nach einem Kinderbuchklassiker aus dem Jahr 1963. Was es damit auf sich hat, erklärt die Band im Gespräch.

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Die Band Where The Wild Things Are feilt an ihrem ersten Album

"Wir sind nie zufrieden, aber genau das treibt uns an": (von links) Alexander Eckert, Marcel Arlov, Rosario Tetto, Maximilian Schurr und Marcel Lohr sind Where The Wild Things Are, die sich 2019 gegründet haben.

Foto: Mario Berger

"Wo die wilden Kerle wohnen" (im englischen Original "Where the Wild Things Are") ist ein Kinderbuch-Klassiker und wurde weltweit über 19 Millionen Mal verkauft. Nach Aussagen des Schöpfers, dem US-amerikanischen Autor und Illustrator Maurice Sendak, wurde das Bilderbuch nach Erscheinen 1963 in einigen Bibliotheken verboten, erhielt überwiegend negative Kritiken.

"Die Geschichte vom kleinen Max, der auf eine Insel voller Monster fährt, fasziniert Heranwachsende noch immer. Ich lese das Buch oft vor", sagt Rosario Tetto, der bei der Arbeiterwohlfahrt tätig ist und mit Kindern arbeitet.

Dem 26-Jährigen aus Gundelsheim hat das Buch so gut gefallen, dass auch seine Band den Namen trägt. Rosario Tetto ist Sänger von Where The Wild Things Are, die sich im Sommer 2019 gegründet haben. Die weiteren Bandmitglieder Maximilian Schurr (29, Bass), Alexander Eckert (27, Leadgitarre), Marcel Lohr (27, Rhythmusgitarre) und Marcel Arlov (24, Schlagzeug) kommen aus Heilbronn, Stuttgart, und Neuenstadt, seinen Proberaum hat das Quintett in Löchgau.

Die Band probiert viel aus, arbeitet mit Effektgeräten und Beats

"Unser Sound ist eine Mischung aus Blues, Rock und Progressive", versucht Maximilian Schurr die Band in eine Genre-Schublade zu stecken. "Wir sind inspiriert von den Red Hot Chili Peppers, haben aber auch Einflüsse aus Country und Folk. Jeder der Bandmitglieder bringt etwas mit. Wir probieren auch viele Dinge mit Effektgeräten und Beats aus", sagt Gitarrist Alexander Eckert.

Als noch junge Band möchten Where The Wild Things Are in diesem Jahr erst einmal viele Konzerte spielen, erste Auftritte im Mobilat und in der Zigarre hat die Band schon hinter sich. "Es gibt in Heilbronn gute Möglichkeiten. Man baut sich langsam ein Kontaktnetz auf", sagt Tetto.

Bislang hat die Band noch keine Musik veröffentlicht, zu sehen und zu hören sind lediglich einige Songschnipsel auf dem Instagram-Kanal der Band. "Wir sind gerade dabei, ein komplettes Album zu schreiben. Neun Songs sind bereits fertig. Wir sind Perfektionisten und nie zufrieden, aber genau das treibt uns an", sagt Schlagzeuger Marcel Arlov. Nach den Aufnahmen möchte die Band an einige Indie-Labels herantreten. "Wir würden uns schon wünschen, das Ganze ein wenig zu professionalisieren, sagt Marcel Lohr.

Die Songs der Band sind gesellschaftskritisch, handeln von Liebe und Abenteuer

Sänger Rosario Tetto ist neben der Band auch als Straßenmusiker unterwegs. "Ich wollte eigentlich keine Band, weil ich ein bisschen eine Diva bin", sagt der 26-Jährige, der auch für die Texte von Where The Wild Things Are verantwortlich ist. Bei den Themen möchte er sich nicht festlegen. "Sie sind sehr vielfältig", sagt der Gundelsheimer.

Der Song "Evergreen" handelt von einen Mann, der im Zug vor einem Schaffner flüchtet, weil er keine Fahrkarte hat und dafür jede Menge Lust auf Abenteuer, ein Liebeslied beschäftigt sich mit dem Verhältnis von Sonne und Mond. "Es ist eine schöne Geschichte, aber beide können nie gleichzeitig am Himmel sein." Auch Gesellschaftskritik fließt bei den Lyrics mit ein: "Geld vergiftet die Seele", sagt Rosario Tetto. "Ich wünsche mir, dass die Welt einfach ein schönerer Ort für alle wird."

Beim Liederschreiben ist sich die Band oft uneinig, lange wird an den Songs gefeilt. "Wir sind sehr ins Detail verliebt. Die Proben sind oft chaotisch, aber sobald wir auf der Bühne sind harmonieren wir", sagt Bassist Maximilan Schurr. "Und im Proberaum würde ich uns schon ein wenig als wilde Kerle beschreiben", ergänzt Marcel Arlov und lacht.

 


Ranjo Döring

Ranjo Doering

Autor

Ranjo Doering arbeitet seit 2015 bei der Heilbronner Stimme. Nach seinem Volontariat und einem Jahr als Redakteur bei der Hohenloher Zeitung ist er seit 2018 im Kulturressort tätig. Seine Schwerpunkte sind Musik, Film, Theater und Kabarett.

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