Backstreet Boys sorgen für ausverkaufte SAP Arena

Mannheim  Die Popgruppe Backstreet Boys feiert mit ihren Fans ihre größten Hits in der ausverkauften SAP Arena in Mannheim. Auf dem Programm stehen Songs des aktuellen Albums „DNA“ sowie alte Hits, die die Halle zum Ausrasten bringen.

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Nick Carter, Kevin Richardson, Brian Litrell, Alexander James McLean und Howie Dorough rocken die Bühne. Foto: Ranjo Doering

Manche Dinge ändern sich einfach nicht. Auch 26 Jahre nach der Bandgründung fliegt bei den Backstreet Boys noch Unterwäsche auf die Bühne. Gut, es ist ein bisschen weniger geworden. Aber schließlich sind Fans und Band auch ein wenig älter. Die einstigen Teenie-Stars sind inzwischen glückliche Familienväter, Ehemänner und alle um die 40 Jahre. Vorbei sind die Zeiten als milchgesichtige Posterboys der 90er.

Die Popband füllt nach wie vor die Hallen 

Unverändert ist auch, dass die US-amerikanische Popband nach wie vor keine Probleme hat die ganz großen Hallen zu füllen. Am Samstagabend machten die fünf Musiker auf ihrer „DNA World Tour“ Station in der ausverkauften Mannheimer SAP Arena.

Ihre Fans, ob alt oder neu, haben Nick Carter, Kevin Richardson, Brian Litrell, Alexander James McLean und Howie Dorough von der ersten Minute an im Griff. Schweißtreibende Tanzeinlagen, stampfende Rhythmen, mehrfache Kostümwechsel und große Gesten voller Pathos – all das will das vornehmlich weibliche Publikum sehen - und bekommt es.

Textsicher bejubeln die Fans nicht nur die Songs, sondern auch jedes weitere Wort aus dem Mund der fünf Sänger. Ein langgezogenes „Maaaaaaannheeeeeeeim Geeeermany“ sorgt ebenso für Begeisterungsstürme wie ein in gebrochenem Deutsch vorgetragenes „Ich möchte dich gerne küssen“. Die Band kann eigentlich nichts falsch machen.

Alte Hits sorgen für Begeisterungsstürme 

Die Songs des aktuellen Albums „DNA“ sind auf der aktuellen Tour in der Überzahl, werden vom Publikum brav beklatscht. Es sind jedoch die alten Hits, die die Halle zum Ausrasten bringen: „Quit Playin‘ Games (With My Heart)“, „Everybody (Backstreet‘s Back) und „I want it that way“ sorgen nicht nur für einen hohen Kreischpegel, sondern sind für viele auch ein nostalgischer Trip zurück in die 90er, in die eigene Jugend.

Romantisch wird es bei den schmachtenden Liebesliedern wie „I‘ll never break your heart“ und „Don‘t wanna lose you now“, während denen die SAP Arena zu einem leuchtenden Meer aus Handylichtern wird. Jeder der Sänger bekommt im Set seinen ganz intimen Moment mit den Fans, kann bei einem Solosong sein Können zeigen. Zeit bleibt auch für einige Späße, zum Beispiel, als das Outfit mal eben auf der Bühne gewechselt wird. „Have you seen my Arsch?“ wird da von Kevin Richardson mit schelmischem Grinsen gefragt.

Bühnenshow mit Konfettiregen und Lasershow 

Auf der Bühne werden, passend zu den Songs, alle Register gezogen: eine flackernde Licht- und Lasershow, höhenverstellbare Bühnenteile, glitzernder Konfettiregen und mehrere Videoleinwände sorgen für Abwechslung. Klar, die Songs der Backstreet Boys sind auch zwei Jahrzehnte später wenig innovativ. Doch der zuckersüße Hochglanz-Pop der US-Amerikaner legt auch keinen Wert auf Originalität. Die Songs gehen – mit handwerklich sauberem Gesang - ins Ohr und bleiben im Kopf. Textlich immer pendelnd zwischen Herzschmerz, Liebesdramen und ganz großen Gefühlen.

Apropos Liebe: die verbindet die Band besonders mit Deutschland. Schließlich haben die Backstreet Boys hier ihren ganz großen Durchbruch geschafft, zunächst im Vorprogramm des Schweizers DJ Bobo, später mit ihrer ersten eigenen Headliner-Tour.

33 Songs in rund zwei Stunden 

Nach zwei Stunden endet ein von vorne bis hinten durch choreographiertes Konzert mit dem Hit „Larger than life“. Nach 33 Songs in rund 120 Minuten gehen die Fans glücklich nach Hause. „Wir haben euch vermisst“, lassen die fünf Backstreet Boys ihre Fans wissen. Sie können beruhigt sein, dieses Gefühl beruht auf Gegenseitigkeit.
 


Ranjo Döring

Ranjo Doering

Autor

Ranjo Doering arbeitet seit 2015 bei der Heilbronner Stimme. Nach seinem Volontariat und einem Jahr als Redakteur bei der Hohenloher Zeitung, ist er seit 2018 im Kulturressort tätig. Seine Schwerpunkte sind Musik, Theater und Kabarett.

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