AOP spielt in intimer Atmosphäre in Lemmy's Bar in Friedrichshall

Bad Friedrichshall  Die Bad Wimpfener Punkrockband AOP spielt am Wochenende ein zweitägiges Festival in Bad Friedrichshall und präsentiert dabei auch neue Lieder.

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Punkrock in intimer Atmosphäre: AOP spielt in Lemmy's Bar in Bad Friedrichshall

Chris Stephan (links), Oliver Pfleger und Philipp Schreiber sind AOP.

Foto: Alexander Penndorf, Dropink

In diesem Jahr soll es kleiner werden. Nachdem die Punkrockband AOP aus Bad Wimpfen letztes Jahr beim "Heimspiel"-Festival vor 500 Besuchern in der Mühltalhalle auftrat, wird "die Atmosphäre dieses Mal intimer", sagt Bassist Philipp Schreiber. Gemeinsam mit Chris Stephan (Schlagzeug) und Oliver Pfleger (Gitarre) steht Schreiber beim bandeigenen Festival am Freitag und Samstag als Headliner auf der Bühne im Lemmy's Bar in Bad Friedrichshall. Mit dabei sind sieben befreundete Bands wie The Punk Poets, Kyzon, Wolfsklinge und Raiders Of The Lost Missile. Gegründet haben sich AOP vor 21 Jahren als Schülerband.

Nach Die schwarzen Schafe, Spoilt und Die Spaßfraktion nannten sich die Musiker in AOP um, stellvertretend für die Anfangsbuchstaben von Andi, Oli und Philipp. Gründungsmitglied Andreas Huck verließ die Band, für ihn sitzt Chris Stephan am Schlagzeug, den Namen behielt die Band bei.

Auch bei Spotify haben die Wimpfener Erfolg

Das Trio gewann 2010 den Titel als beste Liveband Baden-Württembergs, spielte auf namhaften Events wie Rock am Ring und den Zwillingsfestivals Southside und Hurricane. Auch bei Spotify haben die Wimpfener Erfolg. Der Song "Mutter Theresa" wurde beim Streaminganbieter über 1,8 Millionen Mal angeklickt. Ihre Musik verortet die Band im deutschsprachigen Punkrock.

"Unsere Songs sind radiotauglich und in der Tradition von den Ärzten oder den Toten Hosen." Wie man Punk definiert? "Das ist die wohl größte philosophische Frage", sagt Schreiber. "Wichtig sind gesellschaftskritische Texte. Es kann aber auch nur um Spaß gehen." Politisch bezieht die Band in Songs wie "Ich bin kein Nazi, aber" klar Stellung - in Zeiten von zunehmendem Rechtsruck und Populismus ein Anliegen des Trios.

"Alles schiebt sich nach rechts, da muss man die Mitte-Links-Fahne deutlich nach oben halten", betont Schreiber. "Rechtsradikale fahren nach Lesbos, um Menschen, die vor Krieg flüchten abzuhalten ins Land zu kommen. Das ist das Armutszeugnis schlechthin." Mit "Deutschpunk.com" und "Dein Radio" haben AOP bislang zwei Studioalben veröffentlicht, dazu kommt die Live-Platte "Vor ein paar Jahren".

Karten für das Festival

Tickets für den Freitag (20 Uhr) kosten elf Euro, für Samstag (ab 16 Uhr) gibt es Restkarten für 15 Euro, das Kombiticket kostet 22 Euro, www.aop.band.

"Das Album-Format lohnt sich nicht mehr"

Die Band möchte weiterhin Musik veröffentlichen, der Kanal ist noch fraglich. "Das Album-Format lohnt sich in der heutigen Zeit nicht mehr", so Philipp Schreiber. Intensiv arbeitet das Trio an neuen Songs, Kostproben gibt es an beiden Festivaltagen zu hören. "Wir werden vier neue Lieder spielen", verspricht der Bassist.

 

 


Ranjo Döring

Ranjo Doering

Autor

Ranjo Doering arbeitet seit 2015 bei der Heilbronner Stimme. Nach seinem Volontariat und einem Jahr als Redakteur bei der Hohenloher Zeitung ist er seit 2018 im Kulturressort tätig. Seine Schwerpunkte sind Musik, Film, Theater und Kabarett.

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