2020 wollen sich die Burgfestspiele Jagsthausen neu ausrichten

Jagsthausen  2019 kamen weniger Besucher als im Vorjahr zu den Burgfestspielen. Am Donnerstag haben die Verantwortlichen die Stücke für die kommende Spielzeit 2020 vorgestellt. Auch ein Regisseur für das Traditionsstück "Götz von Berlichingen" steht schon fest.

Von Ranjo Doering
Umbruch mit Blick auf die Region bei den Burgfestspielen Jagsthausen

Haben die Saison 2020 im Blick: (von links) Geschäftsführer Roland Halter, die neue künstlerische Leiterin Eva Hosemann, der scheidende Intendant Axel Schneider und Alexandra Freifrau von Berlichingen.

Foto: Dennis Mugler

Noch ist die Spielzeit bei den Burgfestspielen in Jagsthausen nicht vorbei, am Sonntag endet sie mit einer Vorstellung des "Götz von Berlichingen". Doch die kommende 71. Spielzeit im Jahr 2020 wirft bereits ihre Schatten voraus. Am Donnerstag Vormittag wurden im Gewölbekeller der Götzenburg die Stücke für die kommende Spielzeit präsentiert: Neben dem Traditionsstück "Götz" werden in rund 70 Vorstellungen die Komödie "Ladies Night - Ganz oder gar nicht", die Kinderstücke "Alice im Wunderland" sowie "Die dumme Augustine" und als Gastspiel der Schauspielbühnen Stuttgart das Drama "Judas" zu sehen sein.

Ein Musical wird es im kommenden Jahr auch geben, allerdings konnten die Organisatoren beim Pressetermin noch keinen Namen nennen. "Wir befinden uns in Verhandlungen mit den Produzenten und Autoren, haben mündliche Zusagen, aber noch nichts Schriftliches", sagt Eva Hosemann, die ab 1. September die künstlerische Leitung bei den Burgfestspielen übernimmt.

Der "Götz-Regisseur" steht fest, der Hauptdarsteller noch nicht

Präsentieren konnten die Verantwortlichen allerdings schon einen wichtigen Namen, den "Götz"-Regisseur: Christoph Biermeier, ehemaliger Intendant der Freilichtspiele Schwäbisch Hall, wird das Traditionsstück im Sommer 2020 inszenieren. Einen "Götz"-Darsteller gab es indes noch nicht zu verkünden. Mit 40 600 Zuschauern in 81 Aufführungen liegt die Zahl der Besucher unter der im Vorjahr (rund 43 000 in 82 Aufführungen). Im Jahr 2014 waren es in 91 Aufführungen noch 55 000 Gäste.

Die aktuellen Zahlen liegen unter den Erwartungen: 8100 Besucher wollten das Musical "The Addams Family" sehen. Bei der Komödie "Cyrano de Bergerac" waren es 2850 Besucher. Besser liefen die schwäbische Komödie "Laible und Frisch - Urlaubsreif" (6000) und  der "Götz" mit 5500 Besuchern. Das Gastspiel des Hippie-Musicals "Hair" zog auf der Bundesgartenschau 1000 Besucher an. Insgesamt liegen die Burgfestspiele damit bei einer Auslastung von 70 Prozent, im Vorjahr waren es noch rund 75 Prozent. "Besonders getroffen haben uns zwei Vorstellungsausfälle Ende August. Und natürlich war auch die Buga eine Konkurrenz", vermutet Roland Halter, einer von drei Geschäftsführern in Jagsthausen.

Die Burgfestspiele wollen sich 2020 neu ausrichten

2020 wollen sich die Burgfestspiele deshalb neu ausrichten, "wie beim "Götz" wird es ein Aufbruch und Umbruch", sagt Hosemann vor ihrer ersten Spielzeit als künstlerische Leitung. "Wir haben ein Stück weniger und das Programm ein wenig eingedampft." Das Budget hat sich von rund zwei Millionen Euro auf 1,7 Millionen Euro gesenkt. Neu ist auch, dass sich die Vorstellungen mehr auf das Wochenende konzentrieren sollen, also von Donnerstag bis Sonntag. "Von Montag bis Mittwoch war die Nachfrage nicht groß genug", sagt Hosemann.

Abschied nehmen heißt es von Axel Schneider. Der Intendant verlässt nach sechs Jahren die Burgfestspiele und wurde am Mittwochabend auf der Bühne vor der Vorstellung der "Addams Family" offiziell verabschiedet. Seine Nachfolgerin Eva Hosemann möchte auch im kommenden Jahr viel Regionalität in den Spielplan bringen. Die Komödie "Ladies Night - Ganz oder gar nicht" wird von Monika Hirschle ins Schwäbische übersetzt.

"Wir wollen in Zukunft noch verstärkter den Fokus auf regionale Schauspieler und Regisseure legen", sagt Hosemann. Geplant ist auch ein neues Angebot für die Besucher: "Wir möchten Nachbesprechungen für die Stücke anbieten." Karten für die Spielzeit, die am 6. Juni 2020 eröffnet wird, gibt es ab Montag, 7. Oktober.

Zwei Gastspiele finden in Kirchen in Jagsthausen und in Schöntal statt

Die Burgfestspiele in Jagsthausen finden seit 1949 jährlich von Anfang Juni bis Ende August im Burghof der Götzenburg statt. Im kommenden Jahr geht das Freilufttheater in seine 71. Spielzeit, dann auch wieder mit dem Traditionsstück, dem "Götz von Berlichingen", der am Freitag, 19. Juni 2020 Premiere feiern wird. Die zwei Gastspiele von "Judas" der Schauspielbühnen Stuttgart werden im kommenden Jahr in der Jakobuskirche Jagsthausen und in der Klosterkirche Schöntal aufgeführt.


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