Samuel Quinto Trio bringt den Sommer ins Cave 61

Draußen zeigt das Thermometer zehn Grad, doch drinnen im gut besuchten Jazzclub Cave 61 glüht die Hitze des Hochsommers. Was nur an den heißen Rhythmen liegt, die auf der Bühne angeschlagen werden. Und die beherrscht das Samuel Quinto Trio aus dem Effeff.

Von Monika Köhler

Das Samuel Quinto Trio bot klasse arrangierten Latin Jazz.Foto: Monika Köhler

Heilbronn - Draußen zeigt das Thermometer zehn Grad, doch drinnen im gut besuchten Jazzclub Cave 61 glüht die Hitze des Hochsommers. Was nur an den heißen Rhythmen liegt, die auf der Bühne angeschlagen werden. Und die beherrscht das Samuel Quinto Trio aus dem Effeff. Sind die smarten Herren aus Rio de Janeiro, die hier einen Latin Jazz Thrill nach dem anderen abliefern, doch schon ihr Leben lang vom Beat Lateinamerikas umgeben. Auch wenn der Kopf der Band inzwischen in Portugal lebt. Das Klavier spielen hat er aber auch da nicht verlernt.

Harte Akkorde Ganz im Gegenteil. Man mag gar nicht glauben, dass sich Quinto das Jonglieren mit den Tasten selbst beigebracht hat, so exzellent schlägt er sie an, erspürt sensibel die Klangstruktur, wechselt von rasanten Skalenläufen zu harten Akkorden und hat ein Riesen-Repertoire an Ausdruck und Musikalität vorzuweisen, das zugleich seine wohl angeborene Fähigkeit zur Improvisation deutlich macht.

Ob nun Cole Porter oder Chick Corea, „Armando’s Rhumba“ oder „Night and Day“ – mit dem begnadeten Edamir Costa am Bass und Gil „Batera“ Guimaraes, dem nachgesagt wird, dass er die Drums mit vier Händen zu schlagen versteht, ist auch bei den Klassikern keine Pflichtübung dabei. Beim prima eingespielten Trio klingt alles „a little bit different“, ein bisschen anders.

Rhythmische Brüche Das gilt auch für Quintos eigene Werke und brasilianische Traditionals, die mit rhythmischen Brüchen von der romantischen Ballade zum aufwühlenden Gassenhauer wechseln und sich in perfekten Arrangements bewegen. Auch wenn es dauert, bis sich Zuschauer für die Mitmach-Aktion gefunden haben, sieht man den einen oder anderen verstohlen die Hüfte im Takt wiegen. Zwischen Brasil-Pop und Free-Jazz wird hier mehr als Latin und mehr als Rhythmus geboten und in dieser Gattung etwas ganz Eigenes. Das geht noch eine Runde lang so weiter. Und man kann es keinem verdenken, wenn er sich hier, unter der heißen Sonne Brasiliens, schon mal das passende Feeling für den Sommerurlaub abholt.