Proteste gegen Verkauf von Handschriften

Badische Landesbibliothek

Von Kilian Krauth

Politiker und Kulturverbände haben mit Nachdruck gegen den geplanten Verkauf wertvoller Handschriften durch das Land Baden-Württemberg zu Gunsten des badischen Adelshauses protestiert. „Wenn Kulturgüter verhökert werden, um öffentliche Haushalte zu sanieren, ist das der Kulturnation Deutschland nicht würdig“, sagte der Kulturexperte der FDP-Bundestagsfraktion, Hans- Joachim Otto.

Der Deutsche Kulturrat forderte einen Stopp des „Raubbaus in Museen und Bibliotheken“. Geschäftsführer Olaf Zimmermann verwies auf den Vorschlag des Landesrechnungshofs Baden-Württemberg zum maßvollen Abbau der Sammlung der Staatsgalerie Stuttgart. Diese Beispiele belegten: „Das Verkaufen von öffentlichem Kulturgut wird rasend schnell salonfähig“.

Auch der Verband deutscher Schriftsteller zeigte sich entsetzt über die Pläne. „Eine Versteigerung der Handschriften würde eine Geringschätzung unserer kulturellen, literarischen und auch sprachlichen Wurzeln bedeuten“, heißt es in einer Mitteilung.

Durch Verkäufe aus der Handschriftensammlung der Badischen Landesbibliothek in Karlsruhe sollen millionenschwere Altlasten aus der Sanierung des Schlosses Salem am Bodensee sowie dessen künftige Erhaltung finanziert werden. (lsw)


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