Preis und neues Album

Region  Weitere Auszeichnung für die deutsch-türkische Formation Limanja: Die Band gewinnt im Bereich Weltmusik den deutschen Rock- und Pop-Preis 2014.

Von Uwe Deecke

Die Reise geht nie zu Ende

Die Ludwigsburger Band Limanja hat ihr Promotionfoto am Stuttgarter Hafen aufnehmen lassen.

Foto: Andreas Gyarmati

Schon 2007 machte Limanja auf sich aufmerksam. Damals bekam die deutsch-türkische Weltmusik-Formation den Preis für das "Beste Arrangement", 2010 war es der Preis für die "Beste Fusion" sowie den "Besten Experimentalsong". Vor einem Monat wurde ihre CD "Yoldayiz" ("Auf dem Weg") beim Deutschen Rock- und Pop-Preis in der Kategorie "Bestes zeitgenössisches Weltmusikalbum" ausgezeichnet.

Hafenland

Limanja bedeutet abgewandelt Hafenland, einen Platz der Sehnsucht und ein Ort, wo man auf die Reise geht, erklärt Sänger und Songschreiber Nazim Sabuncuoglu. Am Hafen, wenn auch in Stuttgart, haben sie daher auch ihr Bandfoto aufgenommen, das sie in neuer Formation zeigt.

Im letzten Jahr hat Sabuncuoglu sein erstes Album verwirklicht, das gleich auf Anhieb die Juroren überzeugte. Es bietet einen abwechslungsreichen Mix aus World Music mit orientalischem Einschlag, Reggae, sanften Balladen und funkig-jazzigen Stücken, die allesamt türkische Titel haben. In "Yoldayiz" geht es um die Reise zu fernen Ländern und Veränderung, in "Beklentiler" um Erwartungen und die Höhen und Tiefen des Lebens. Um Liebe, Träume und Loslassen drehen sich die Texte Sabuncuoglus, aber auch um das "Salz des Lebens" in der Kunst, ohne die das Leben´für ihn sinnlos wäre.

Seit dem Album hat sich die Zusammensetzung des Band leicht geändert. Drummer Robert Wittmayer und Bassist Bertram Oeler sind auch in anderen Bands der Region vertreten und unterrichten an der Musikschule Schozachtal in Abstatt und Untergruppenbach. Geiger Klaus Marquardt spielt unter anderem bei Wendrsonn, Serkan Ates spielt inzwischen das traditionelle Saiteninstrument Saz.

Toleranz und Offenheit

"Auf dem Weg", wie ein Song des Albums heißt, ist auch Sabuncuoglu . "Man muss sich verändern in Richtung Toleranz und Offenheit", sagt der Songwriter auch mit Blick auf seine Landsleute. Und die Reise ist nie zu Ende, Werte wie Bildung sind wichtig und sollten mehr zählen als das Materielle, beschreibt er seine Botschaft.

Der Musiker kam mit vier Jahren aus Weinheim nach Ludwigsburg und studierte Design in Stuttgart. Von Beruf ist er Produktdesigner bei einem Maschinenhersteller in Ludwigsburg - und musikalisch noch voller Ideen.

Zweites Album

Das zweite Album entsteht derzeit in einem Stuttgarter Studio und soll im Herbst veröffentlicht werden. Wenn sie live spielen, verrät Robert Wittmayer, ist das Publikum größtenteils deutsch, obwohl es die Texte nicht versteht. Im letzten Jahr traten sie beispielsweise bei der Stuttgartnacht, in Reutlingen, Esslingen, Ulm oder auch vor dem Open Air Kino in Ludwigsburg auf.

Im nächsten Album, an dem schon gearbeitet wird, gehen sie noch mehr in Richtung Reggae und auch Jazz, verrät Sabuncuoglu. Und bis dahin sind nicht so viele Liveauftritte möglich. Doch durch den Preis hat das Interesse von Konzertveranstaltern stark zugenommen. Auch die deutsche Botschaft in Ankara hat bereits angefragt. Man darf gespannt sein, wohin die Reise von Limanja noch führt.


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