Panorama Luther 1517 der Öffentlichkeit vorgestellt

Wittenberg  Am Freitag wurde in Wittenberg das 4,5 Millionen Euro teure Panorama Luther 1517 vorgestellt. Die Öffentlichkeit kann das 360-Grad-Kunstwerk von Yadegar Asisi ab diesem Samstag besichtigen. Geschäftsführer der eigens gegründeten gGmbH ist der Bonfelder Ulrich Schneider.

Von unserer Redakteurin Ulrike Plapp-Schirmer

 

Der Berliner Künstler Yadegar Asisi stand bis zuletzt vor dem Gemälde und zog einzelne Stellen nach. Die Drehkreuze in dem neuen, rostfarbenen Rundgebäude in der Lutherstadt Wittenberg wurden erst zwei Tagen vor der Eröffnung geliefert. Personal muss noch angeleitet werden. Und dennoch war bei der Vorstellung des neuen Panoramas Luther 1517 von Yadegar Asisi an diesem Freitagmorgen alles fertig.

4,5 Millionen Euro hat das Projekt gekostet. Der Bonfelder Ulrich Schneider, Geschäftsführer der eigens gegründete Luther 1517 gGmbH und einer von zwei Geschäftsführern des Vereins Reformationsjubiläum 2017, zeigte sich bei der Pressekonferenz am Morgen aber zuversichtlich, dass es sich rechnen wird. Fünf Jahre soll das Panorama in Wittenberg bleiben. Seine Eröffnung ist der vorgezogene Start des Jubiläumsjahres, in dem sich zahllose Einrichtungen mit dem Thema Reformation beschäftigen werden.

Die Öffentlichkeit kann das neue Asisi-Panorama ab diesem Samstag besichtigen. Auf 1100 Quadratmetern erzählt es zirka 30 Jahre Wittenberger Stadtgeschichte. Es zeigt außerdem den Beginn der Reformation.

Martin Luther selbst ist in zahlreichen Szenen zu sehen: als streitbarer Mönch und Theologieprofessor, als Diskutant, an der Seite von Katharina von Bora, als Familienvater und Lehrer. Mit Luther 1517 widmet Yadegar Asisi der Epoche der Reformation ein Panorama-Kunstwerk, das die Menschen, allen voran Martin Luther, in ihrem Tun und Handeln vor etwa 500 Jahren in den Mittelpunkt stellt. Es steht unter der Schirmherrschaft der Theologin Margot Käßmann.

"Man weiß am Anfang nicht worauf man sich einlässt", sagte sie bei der Pressekonferenz: "Aber mir ist wichtig, dass wir hier etwas haben, dass den Menschen niederschwellig den Einstieg in das Thema Reformation ermöglicht." Unabhängig von ihrer konfessionellen oder weltlichen Ausrichtung. Das Panorama zeige anschaulich, in welchem Umfeld Martin Luther seine Thesen vor 500 Jahren veröffentlicht hat.

Das in Kooperation mit dem Verein Reformationsjubiläum 2017 und der Lutherstadt Wittenberg entstandene Projekt war nur möglich, weil der Gemeinderat dem Abriss das Kultur- und Tagungszentrums Maxim Gorki zugestimmt hatte. Oberbürgermeister Torsten Zugehör sieht in dem Kunstwerk auch eine Gemeinschaftsleistung, die nicht nur seiner Stadt zu Gute kommt, sondern die Besucher auch dazu anregen kann, ab und zu die Perspektive zu wechseln. "Ich glaube, die 360 Grad, tun uns allen gut."

 

 


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