Lachspaß um eine fleischfressende Pflanze

Schrill, schräg und herrlich makaber: Mit der Premiere des rockigen Musicals „Der kleine Horrorladen“ wurde am Freitagabend die 59. Spielzeit der Burgfestspiele in Jagsthausen eröffnet

Von Anne Väisänen


Die blutrünstige Pflanze und ihr Besitzer Seymour (Kristian Lucas). (Foto: Kurt Gesper)
Schrill, schräg und herrlich makaber: Mit der Premiere des rockigen Musicals „Der kleine Horrorladen“ wurde am Freitagabend die 59. Spielzeit der Burgfestspiele in Jagsthausen eröffnet. Getrübt wurde die Premiere durch den tragischen Todesfall des technischen Leiters Albert Lochmann, der kurz vor Beginn der Vorstellung verstarb. „Sein Tod wird diese Spielzeit überschatten“, sagte Jan Aust, künstlerischer Leiter der Burgfestspiele, über den Tod seines sehr beliebten Theaterkollegen.

Theaterfreunde: Richard Börschel (links) und Markus Häberer aus Untergruppenbach.
Zu den Lieblingen unter den Musicals zählt der (blut-)spritzige Horrorklamauk, dessen Geschichte von einer menschenfressenden Pflanze handelt, die sich durch einen besonders gierigen Schlund auszeichnet und sogar sprechen, singen und tanzen kann. Freunde des schwarzen Humors kommen bei der schaurigen Satire voll auf ihre Kosten. Auch ohne Lachgas, das auch eine gewichtige Rolle in dem Musical spielt, wird man zu Lachanfällen gereizt.

Begeistert (von links): Jürgen Bircks, Geschäftsführer der Burgfestspiele Jagsthausen, Petra Franziska Killinger aus München, Gretel Bircks und Komponist Thomas Killinger aus München.
Ein Gag jagt den anderen in der tempo- und pointenreichen Gruselgroteske, die von Regisseurin Helga Wolf als eine gelungene Mischung aus aufgedrehter Screwball-Komödie und schwungvoller Revue inszeniert wurde. In Höchstform: das gutgelaunte Ensemble, das an der rasanten Gruselstory genauso viel Spaß zu haben scheint wie das begeisterte Publikum. Das ist total aus dem Häuschen. Über fünf Minuten dauert der Beifall, der auf die Darsteller wie ein warmer Sommerregen niederprasselt.

Schauspielerin Dagmar Jesussek (links) und Musicaldarstellerin Asita Djavadi.
Als extraordinär, also als außergewöhnlich, bezeichnet Audrey alias Musicaldarstellerin Asita Djavadi in dem Stück die blutrünstige Pflanze, die ihr Verehrer Seymour (Kristian Lucas) nach ihr benennt. Als „extraordinär“ beschreibt auch Regisseurin Wolf die intensive Probenzeit. Und auch die Darsteller scheinen die Arbeit bei den Burgfestspielen in Jagsthausen sehr zu schätzen. „Hier herrscht eine sehr gute Energie“, schwärmt Musicalsänger Melvin Edmondson, der der gierigen Monsterpflanze seine Stimme verleiht. Und auch Olaf Paschner geht in seiner Rolle als Lachgas konsumierender Zahnarzt Orin voll auf. „Es hat mir sehr viel Spaß gemacht“, sagt er.

Nicole Rath aus Heidelberg und Wolfgang Stremmel aus Mosbach. (Fotos: Anne Väisänen)
Etliche Zuschauer sehen das Stück zum ersten Mal, ihre Erwartungen werden sogar übertroffen. „Ich fand die Aufführung toll“, lautet das Urteil von Michael Andree aus Heilbronn, der mit Tochter Elisa zur Premiere gekommen ist. Und auch ältere Zuschauer sind von der flotten Inszenierung begeistert. „Da war Power dahinter“, sagt Willy Nick aus Möckmühl.

Nächste Aufführungen: 13., 14., 20., 21. und 27. Juni, jeweils um 20 Uhr. Karten gibt’s übers Internet unter www.jagsthausen.de oder über die Hotline 07943/9123-45.