Große Kunst in kleinen Besetzungen

Heilbronn - Welch ein Auftakt am Freitagabend in der Harmonie: Die dreitägige Schubertiade des Württembergischen Kammerorchesters Heilbronn (WKO) beginnt mit der "Unvollendeten" von Franz Schubert, dem dieses Festival gewidmet ist.

Von unserem Redakteur Uwe Grosser

Große Kunst in kleinen Besetzungen

Zur Eröffnung der Schubertiade gab es am Freitagabend in der Harmonie eine glanzvolle Interpretation der "Unvollendeten".

Fotos: Thomas Braun

Heilbronn - Welch ein Auftakt am Freitagabend in der Harmonie: Die dreitägige Schubertiade des Württembergischen Kammerorchesters Heilbronn (WKO) beginnt mit der "Unvollendeten" von Franz Schubert, dem dieses Festival gewidmet ist. Sie ist eine der bekanntesten Sinfonien überhaupt, aber gar nicht so oft in Konzertsälen zu erleben

Großen Glanz verleiht das WKO mit seinem Chefdirgenten Ruben Gazarian diesem Werk, einen Glanz, der Markenzeichen des ganzen Festivals wird. Und aus der gleich anschließenden zweiten Sinfonie machen die Musiker eine so klar durchhörbare Komposition, dass sogar dies so unscheinbar wirkende Werk Funken schlägt. Und genau das ist die große Stärke des WKO.

Ergreifende Momente

Große Kunst in kleinen Besetzungen

Zweiter Spielort des Festivals war die Kilianskirche, in der unter anderem das Streichquartett "Der Tod und das Mädchen" geboten wurde.

Was für feinsinnige Musiker in den Reihen des WKO sitzen, wird erst in den kleinen Besetzungen so richtig deutlich. Das Streichquartett "Der Tod und das Mädchen", zu später Stunde in der Kilianskirche, dem zweiten Spielort der Schubertiade, bietet die vielleicht ergreifendsten Momente der drei Tage. Nanna Koch, Johannes Hehrmann (Violinen), Hans Georg Fischer (Viola) und Patrick Burkhardt (Cello) loten die emotionalen Tiefen dieser Komposition mit viel Feingefühl aus − eine berührende Interpretation.

Und was macht Nanna Koch im ersten Konzert am Samstag? Die stellvertretende Konzertmeisterin sitzt beim "Forellenquintett" in der Harmonie am Klavier und erweist sich als echtes Multitalent. Auf diesem Niveau mit den WKO-Stimmführern, quasi den Spitzenkräften des Orchesters zu musizieren ist mehr als beeindruckend. Zusammen mit Konzertmeister Zohar Lerner, Solobratschistin Irene Lachner, Solocellist Gabriel Faur und Kontrabassist Arthur Balogh arbeitet sie die heitere Seite dieser Komposition heraus.