Festival für die Sinne

Heilbronn - Brit Floyd überzeugen mit ihrer Tribute Show in der Harmonie

Von unserem Mitarbeiter Uwe Deecke
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Fast wie das Original: die englische Band Brit Floyd mit ihrer faszinierenden Pink-Floyd-Show in der Harmonie.Foto: Uwe Deecke

Heilbronn - Was für ein Auftakt: Eine riesige runde Videowand zeigt als Comic gezeichnete, anfliegende Stukas, eine Mondlandschaft und einen Skorpion vor einer großen Mauer. Mächtige Orgelklänge erfüllen den Saal, dann kommen die vier bekannten Gitarrentöne, das Intro zu "Shine on you crazy diamond". Die Show von Brit Floyd kann beginnen.

Sie sparen nicht mit Superlativen, auch was den Eintrittspreis angeht. Doch "The Ultimate Pink Floyd Tribute Show" ist eine durchkonzipierte und professionell gemachte Show für die Sinne − und steht auch musikalisch den legendären Vorbildern kaum in etwas nach. "Money ... it’s a crime" singt Bandleader und Gitarrist Damian Darlington fast wie im Original, man sieht dazu im Hintergrund George Bush im Kalten Krieg, eine laufende Notenpresse, chinesische Landarbeiter auf dem Feld, dann eine nächtliche Wolkenkratzer-Skyline. Den Welterfolg von 1973 spielt Brit Floyd leicht abgewandelt, aber dennoch mitreißend und stimmig.

Was der musikalische Leiter Darlington da inszeniert, ist ein visueller und musikalischer Trip in die Siebziger als Pink Floyd ihre größten Erfolge feierten. Vor allem um die Konzeptalben "Dark Side of the Moon", "Wish You Were Here" und "The Wall" geht es bei dem Auftritt von Brit Floyd, deren Welttournee sich zum echten Erfolg entwickelt. Denn Brit Floyd inszeniert nicht nur eine ausgefeilte Licht- und Bühnenshow sondern hat auch exzellente Musiker in den eigenen Reihen.

Technikverliebt

Im zweiten Teil geht es ebenso spektakulär und technikverliebt weiter. Was damals aus der Hammondorgel tönte, kommt nun mit vielen Effekten aus dem Korg-Synthesizer. Davor spielt Gitarrist Bobby Harrison seine Riffs und Soli, oft rockiger als das Vorbild David Gilmour und mit eigenem Stil. Beeindruckend auch der stimmgewaltige Bassist Ian Cattell, der in seinem Sakko aber eher an einen jungen Londoner Banker als an Roger Waters erinnert. Ein Höhepunkt ist Ola Bienkowskas Gesangssolo bei "Great Gig in the Sky", das einem eine Gänsehaut bescheren kann. Viel Jubel für die gebürtige Polin, bevor es bei Klängen und Bildern dann sogar psychedelisch wird.

Welterfolg

Bei "Wish You Were Here" sind die berühmten Vorbilder von Pink Floyd endlich einmal ausführlich auf der Videowand zu sehen: im Kornfeld bei strahlendem Sonnenschein und noch harmonisch vereint. Der vielleicht größte Welterfolg beschließt die Siebziger und schon fast das Konzert: Bei "Another Brick in the Wall" spielt Rob Stringer auch ein Keyboardsolo, eine verlängerte Version, die nach Zugabe verlangt.

Am Ende gibt es Standing Ovations für die Musiker aus England und ihre fantastische Zeitreise in die Siebziger.


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