Els Daniel-Stroh: Ein Leben mit der Kunst, für die Kunst

Geboren wird Els Daniel-Stroh am 26. Dezember 1895 in Heilbronn. Sie studiert Kunst in Stuttgart, ist Meisterschülerin bei Professor Altherr, einem Schweizer Expressionisten, arbeitet als Kulturredakteurin in Jena und zieht 1926 nach der Heirat mit dem Balinger Juristen Alfred Daniel nach Balingen. Jetzt erinnert wieder eine Ausstellung an Els Daniel-Stroh, die am Sonntag, 18. November, um 15.30 Uhr auf Schloss Haigerloch bei Hechingen eröffnet wird

Von Andreas Sommer

Els Daniel-Stroh: Ein Leben mit der Kunst, für die Kunst
Els Daniel-Stroh: „Mädchen im Wald“ (ohne Jahr).Foto: Bild und Kunst Bonn

Schloss Haigerloch - Geboren wird Els Daniel-Stroh am 26. Dezember 1895 in Heilbronn. Sie studiert Kunst in Stuttgart, ist Meisterschülerin bei Professor Altherr, einem Schweizer Expressionisten, arbeitet als Kulturredakteurin in Jena und zieht 1926 nach der Heirat mit dem Balinger Juristen Alfred Daniel nach Balingen. Ihre Eltern, der Architekt Heinrich Stroh und Ehefrau Eugenie, geborene Klaiber, kommen beim Bombenagriff am 4. Dezember 1944 ums Leben. Zu ihren Werken gehören 15 großformatige Anti-Kriegs-Ölbilder des Zyklus „4. Dezember 1944 Heilbronn“, den sie 1966 der Stadt Heilbronn schenkt.

Jetzt erinnert wieder eine Ausstellung an Els Daniel-Stroh, die am Sonntag, 18. November, um 15.30 Uhr auf Schloss Haigerloch bei Hechingen eröffnet wird und einen Querschnitt durch ihr Werk zeigt. Organisiert wird die Schau von den Nachlassverwaltern Rich Richter (Berlin) und Maria M. Weckerlein (Hechingen).

Cézanne und Klee Nach der Scheidung 1940 erhält Els Daniel-Stroh das Sorgerecht für ihren 1927 geborenen Sohn Ulrich. Nach dem Verlust der Eltern am 4. Dezember 1944 muss sie kurz darauf auch den Tod ihres einzigen Sohnes verkraften, der in der Endphase des Zweiten Weltkrieges im April 1945 als 17-Jähriger fällt. Nach dem Krieg beschäftigt sich Els Daniel-Stroh intensiv mit dem Werk Cézannes, in dem sie den Wegbereiter der Moderne sieht. Über ihn und die Kubisten gelangt sie zum Werk von Paul Klee, das sie viele Jahre begleiten sollte.

In ihren frühen Arbeiten war sie vom Impressionismus beeinflusst, in der Zeit des Zweiten Weltkriegs kommen expressionistische Einflüsse hinzu. Das Spätwerk von Els Daniel-Stroh ist geprägt von mystisch-surrealen Inhalten. Typisch für sie war die Malerei mit Wachskreide.

Psyche und Religion In ihren Bildern setzt sich die Künstlerin immer wieder mit der Rätselhaftigkeit der menschlichen Psyche und der Religion auseinander. Zu ihren Künstlerfreunden zählen Max Ackermann und Fritz von Graevenitz. 1954 bestreitet sie ihre erste Einzelausstellung in Stuttgart. Was folgt, ist ein Leben mit der Kunst und für die Kunst. Am 11. März 1990 stirbt die Malerin 95-jährig in Balingen.

Els Daniel-Stroh auf Schloss Haigerloch, 18. November bis 2. Dezember, Montag bis Freitag 13 bis 19 Uhr, Samstag und Sonntag 11 bis 19.30 Uhr. www.els-daniel-stroh.de