Ein Sandstein wie Blätterteig

Heilbronn  Heilbronn - Als am 18. Juli 1970 das alte Jugendstiltheater gesprengt wurde, ging ein finsteres Kapitel Heilbronner Geschichte zu Ende. Wenige hatten sich am Schluss für den Erhalt des kurz vor dem Ersten Weltkrieg erbauten Theaters des Münchner Architekten Theodor Fischer (1862-1938) eingesetzt.

Von Michaela Adick

Ein Sandstein wie Blätterteig

Maskenköpfe auf der Brüstung des alten Heilbronner Jugendstiltheaters von Theodor Fischer.

Foto: Theater Heilbronn

Heilbronn - Als am 18. Juli 1970 das alte Jugendstiltheater gesprengt wurde, ging ein finsteres Kapitel Heilbronner Geschichte zu Ende. Wenige hatten sich am Schluss für den Erhalt des kurz vor dem Ersten Weltkrieg erbauten Theaters des Münchner Architekten Theodor Fischer (1862-1938) eingesetzt.

Was lange Zeit nicht bekannt war, ist, dass Teile des reichhaltig mit Ornamenten geschmückten Baus durchaus erhalten wurden: Im Lapidarium der Stadt Heilbronn lagen sie 40 Jahre lang im Dornröschenschlaf, bis eines Tages Intendant Axel Vornam mit Christhard Schrenk, dem Leiter des Stadtarchivs, ins Gespräch kam.

Seit zwei Jahren stehen drei der besser erhaltenen Köpfe gleich nehmen der Theaterkasse. Im Zuge der im Sommer anstehenden Sanierung des Foyers sollen die sechs Sandsteinköpfe, darunter zwei Repliken von Robert Grässle aus der unmittelbaren Nachkriegszeit, nicht nur restauriert werden, sondern auch einen wegweisenden neuen Platz finden.

Auf dem großen Balkon direkt über der Theaterkasse werden die je 500 Kilogramm schweren Skulpturen mit Beginn der Spielzeit 2012/13 ihre neue Heimat finden. Die Restaurierung kostet 25 000 Euro. Hier springt derTheaterverein ein: Er hat einen Spendenaufruf initiiert.